Boeuf Bourgignon- Rinderschmortopf mit Gemüse und viel Liebe

Na, hattet ihr ein schönes Wochenende? Hier war es super, denn es wurde nicht nur lecker gekocht, sondern zusätzlich gab es am Samstag eine Weinprobe. Online, völlig Corona-konform, lecker und am Ende….naja, kann man sich ja denken :-). Da unterscheiden sich digitale Weintastings nicht von Proben vor Ort- am Ende sind alle voll wie ein Eimer und grinsen nur noch in die Kamera ;-).

Dafür brauchte es eine anständige Grundlage, also habe ich nach längerer Zeit mal wieder ein Schmorgericht im Ofen gezaubert-Boeuf Bourgignon, eine Leckerei aus Frankreich mit viel Rindfleisch, Gemüse und – wie könnte es anders sein- Rotwein.

Zu den guten Dingen, die der Lockdown in seinen verschiedenen Ausprägungen zweifelsohne bereit hält gehört für mich, dass ich mich endlich mal wieder Rezepten widmen konnte, die zwar nicht viel Arbeit machen, aber lange brauchen und Anwesenheit erfordern. Boeuf Bourgignon ist so ein Gericht- ein bisschen Schnippeln am Anfang, dann warten, warten, warten- und 3 Stunden später gibt’s ein grandioses Essen. Genug Zeit für einen Mittagsschlaf, das Vorbereiten von Beilagen und alles, was man sonst so superwichtiges an einem Lockdown-Samstag zu tun hat ;-).

Ich habe zu meinem Rindertopf Kartoffelpüree gemacht- aber es passen auch Nudeln, Baguette, Spätzle oder Reis, einfach, was ihr am liebsten mögt.

Am Ende blieben bei mir übrigens rund 200ml Rotwein übrig- ein perfekter Einstieg in den Abend dachte ich….doch noch bevor der den Weg ins Glas finden konnte, fiel er meiner Tollpatschigkeit zum Opfer und richtete etwas an, das sich wohl am besten mit den Worten “Küchen-Massaker” beschreiben lässt:

Tja. Unfassbar, welch Sauerei man in einer unachtsamen Sekunde produzieren kann….aber nun endlich zum Rezept: Boeuf Bourgignon für 6 Portionen. Keine Angst vor der Menge, am zweiten Tag aufgewärmt schmeckt es sogar fast noch besser und einfrieren lässt es sich aich ganz prima. Wer keinen passenden Bräter für den Ofen hat, kann es auch in einem grooooßen Topf auf dem Herd zubereiten, aber ich bevorzuge den Ofen, dann hab ich den Herd frei für andere Sachen.

Zutaten

  • 1 Kilo Rindfleisch zum Schmoren (Gulasch, falsches Filet, was gerade verfügbar ist)

  • 200 g Bauchspeck

  • 400 g Schalotten

  • 300 g Möhren

  • 400 g Champignons

  • 3 Knoblauchzehen

  • einige Zweige Rosmarin, Thymian und (siehe Kommentar im Rezept) Salbei

  • 2 Lorbeerblätter

  • etwa 600 ml Rotwein

  • 400 ml Rinderfond

  • 2 EL Mehl

  • Butterschmalz oder Öl zum Anbraten

  • 4 EL Tomatenmark

  • etwas Speisestärke oder Kartoffelstärke zum Andicken (Alternativ Mehlbutter, siehe Kommentar im Rezept)

  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Das Fleisch in Würfel schneiden, rund 2-3 cm groß. Dann mit dem Mehl bestäuben und darin wenden.
  • Die Schalotten schälen und besonders große halbieren. Den Knobi fein hacken oder durch eine Presse geben. Den Bauchspeck kaufe ich immer am Stück, dann kann man ihn in etwas größere Würfel schneiden, rund 1 cm groß. Eine Packung mit schon fertigen Speckwürfeln tut es aber auch.
  • Den Backofen auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Öl oder Butterschmalz in einem Bräter auf dem Herd erhitzen und das Fleisch darin rundherum kräftig anbraten. Ggf in 2 Durchgängen, es soll a braten und nicht kochen. Das gilt vor allem, wenn ihr einen Topf anstelle eines Bräters verwendet. Das Fleisch dann herausnehmen.
  • Den Bauchspeck mit den Schalotten und dem Knobi im Bräter anbraten, rund 2-3 Minuten. Dann das Fleisch wieder zurück in den Bräter geben und das Tomatenmark einrühren, rund 2 Minuten lang mit anrösten. Mit der Brühe und zunächst 400 ml Rotwein ablöschen.
  • Die Kräuter (Thymian, Rosmain und Salbei) hinzugeben. Ich habe keinen frischen Salbei bekommen und habe deshalb 2 TL getrockneten verwendet. Wer mag, kann die Kräuter zusammenbinden, dann muss man sie hinterher nicht einzeln herausfischen. Die Lorbeerblätter und eine Portion Pfeffer ebenfalls einrühren.
  • Das Fleisch sollte mit Flüssigkeit bedeckt sein. Falls noch etwas fehlt, etwas Wein nachgeben. Dann den Deckel drauf und ab in den Ofen- dort bleibt der Bräter nun für 3 Stunden. Wer das Gericht stattdessen auf dem Herd zubereitet, lässt den Rindertopf dort ebenfalls bei kleiner bis mittlerer Hitze 3 Stunden schmoren.
  • Nach einer Stunde nochmal Flüssigkeit nachgeben- der Fond sollte ganz aufgebraucht werden, vom Rotwein so 500-600 ml. Das wirkt erstmal etwas viel Flüssigkeit, aber es kommt ja später noch das andere Gemüse hinzu.
  • Irgendwann wenn zwischendurch zeit ist, die Möhren schälen und in Scheiben schneiden, die Champignons vierteln.
  • Die Champignons in einer Pfanne mit etwas Öl oder Butterschmalz anbraten, mit Salz, Pfeffer und 1 TL Thymian abschmecken.
  • 30 Minuten vor Ende der 3 Stunden Garzeit die Möhren und die Champignons mit in den Fleischtopf geben und gut umrühren. Bei Bedarf noch etwas Flüssigkeit zugeben und nun alles im Ofen zu Ende garen.
  • Nach 3 Stunden die Kräuterzweige entfernen und 1 EL Speise- oder Kartoffelstärke in etwas kaltem Wasser anrühren. Dann in den Rindertopf rühren und alles auf dem Herd noch einmal kurz aufkochen, bis es andickt. Statt Stärke kann man auch Mehl mit Butter verkneten und zum Andicken verwenden, aber ich fand, dass die Soße mit dem Speck und dem Fett zum Anbraten definitiv nicht noch mehr Butter brauchte.
  • Nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken, wenn nötig und mit der Beilage eurer Wahl servieren- voilà!

Lasst es euch schecken!

Eure Danja

15 Kommentare

  1. Ein schön gedeckter Tisch bei der Weinprobe, aber was machen da bloß zwei PET-Flaschen?? Hier besteht aber ganz dringender Handlungs- und Optimierungbedarf. Glasflaschen sind nicht nur nachhaltiger, sondern auch optisch und haptisch ein Muss. Selbst für Punker und andere Subkulturen..

    • Hey Mr. Rude Boy,

      Grundsätzlich stimme ich Dir zu- ich mag Glasflaschen. “Optisch und haptisch ein Muss” würde ich nun nicht unterschreiben, erstens bin ich kein Fan von “Muss” und zweitens geht für mich der Inhalt der Flasche dann doch über das Handgefühl beim Einschenken;-)…und vieles ist nicht in Glasflaschen erhältlich.
      Im Punkt “Nachhaltigkeit” stimme ich dir natürlich zu, gar keine Frage. Allerdings ist Praktikabilität eben auch ein Argument (kein Auto, begrenzter Platz zum Lagern, grundsätzlich tollpatschig mit Glasflaschen, siehe Artikel…).
      Vermutlich schafft es niemand von uns, ALLES richtig zu machen und den Nachhaltigkeits-Heiligenschein aufzusetzen…Dennoch gebe ich dir gerne Recht, Plastikflaschen und Alufolie sind eindeutig meine Schwachstellen.

      Grüssli,
      Danja

  2. Vielen Dank für das Rezept! Das sieht total lecker aus. Wird diese Woche gleich probiert. 🙂

  3. Silke Zimmermann

    Das hört sich sehr lecker an. Wird demnächst mal nachgekocht.
    Meist gibt’s bei uns als Rind- Schmorgericht Gulasch oder Irish Stew. Gestern Abend gab’s die sehr leckeren Spaghetti alla Mama miracóli. Der Gyrossalat steht auch schon auf dem Plan. Yammmmm. Immer wenn ich auf deinem Blog bin bekomme ich Hunger 😉 . Ich hoffe du hast die Sauerei weg bekommen.

    • Hey Silke,

      Es war ein ziemlicher Kampf mit dem Fußboden ;-). Unfassbar, wie weit die Spritzer und Scherben reichten…aber nach einer guten Weile Schrubberei sieht es wieder gut aus 😂.
      Lass Dir den Gyrossalat schmecken…den könnte ich auch mal wieder machen!
      Liebe Grüße,
      Danja

  4. Christina Niederalt

    Und ab mit dem Rezept in meinen Meal Plan! Danke schön.

    Kurze Frage: Das liest sich auch ser CrockPot geeignet. Hast du da Erfahrung mit der Garzeit?

    Lg, Christina

    P.S.: Schön, dass du wieder aktiv bist”

    • Hi Christina, leider hab ich selbst gar keine Erfahrungen mit CrockPots. Von dem, was ich darüber gelesen habe, sollte es sicherlich funktionieren. Kann man da auch später noch weitere Zutaten zugeben oder muss der geschlossen bleiben? Ich frage nur, weil die Möhren und Pilze nicht so ewig lange mitschmoren sollten, sonst werden die sicherlich zu Brei. Wenn du es ausprobieren möchtest, würde ich mich für die Garzeit an ein anderes Rezept mit gewürfelten Rind galten, ggf ein Gulaschrezept?

      Liebe Grüße,
      Danja

      • Liebe Danja,
        wie schön, dass du zurück bist 🙂 Das Rind ist gerade in den Ofen gewandert, um uns in 3h zu beglücken… ich hoffe, es wird so köstlich schmecken, wie es jetzt schon riecht…

  5. Mmmmh, das muß ich mal ausprobieren, sobald ich wieder Besuch bei uns einladen kann (sind hier eigentlich ein Vegetarierhaushalt). Wollte ich schon immer mal essen.

    Könntest Du nochmal schreiben, wann Flüssigkeit angegossen wird? Vor oder nach Schritt Nr. 6? Oder habe ich das überlesen?

    LG und danke für dieses schöne Rezept,
    Timoleon.

    • Huhu, danke für den Hinweis, du hattest völlig Recht, da fehlte ein Satz ;-). Ich hab ihn gleich ergänzt!
      Liebe Grüße,
      Danja

  6. Das Rezept hat mich sofort überzeugt. Heute gekocht – vorzüglich. Danke dafür.

  7. Hey, schön dass du wieder da bist! ICh probiere so gern Rezepte von dir aus ^^ Und das klingt sooo lecker, allerdings habe ich immer ein Problem damit, wenn mit Alkohol gekocht werden soll. Zum einen habe ich kleine Kinder. Manche behaupten der Alkohol verkocht, andere nicht, und gerade bei so einer Menge möchte ich das Risiko gar nicht eingehen. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir auch einen trockenen Alkoholiker in der Familie haben und wir beim kochen generell auf jeglichen Alkohol verzichten – wegen des Geschmacks bei Kuchen sogar auf Rum-Aroma… Gibt es da eine gute Alternative? Meist ersetze ich in Rezepten Wein einfach mit Brühe, aber bei über einem halben Liter bin ich nicht sicher, ob es das tut? Würde mich sehr über Alternativen-Tips freuen! <3 LG Christina

    • Hey Christina 🙂
      Hui, das ist eine knifflige Frage. Bei absolutem Alkoholverbot kommt natürlich auch ein alkoholfreier Wein (den es ja gibt) nicht in Frage, wenn es “nur” um Kids ginge, wäre sowas eine Option. Der Name des Rezepts verrät es ja schon- “Rindfleisch und Burgunderwein” sind ursprünglich die wichtigsten Zutaten, da ist es vermutlich wirklich schwierig, den Wein zu ersetzen.
      Wenn Du es probieren möchtest, könntest Du den Wein durch eine Mischung aus kräftiger Rinderbrühe, rotem Traubensaft und erwas Rotweinessig ersetzen…so würde ich es zumindest versuchen. Die leichte Süße aus dem Traubensaft verändert zwar etwas den Geschmack, müsste aber ganz gut passen. Der Essig hilft, die benötigte Säure hinzuzufügen und die Brühe dann die benötigte Menge 🙂

      Berichte mal, falls du es ausprobiert hast!
      Liebe Grüße,
      Danja

  8. Vielen Dank für deine Antwort! Über Alkoholfreien Wein hab ich noch gar nicht nachgedacht.. das wäre zumindest mal nen Versuch wert wenn halt die betroffene Person nicht mit isst und nur die Kids, wie du schon sagst… Ich hab so gaaar keine Ahnung von Wein, muss ich da einen bestimmten nehmen? Die schmecken ja alle krass unterschiedlich.. Ansonsten würde ich dann tatsächlich vielleicht mal die vorgeschlagene Mischung ausprobieren. Was würdest du denn da für ein Verhältnis der 3 Zutaten empfehlen? Ich richte mich immer nach REzepten, hab also von selbst zusammenstellen nicht so viel Ahnung ^^;; 300ml Brühe, 150 Traubensaft und 50ml Essig?! Das war jetzt ganz abenteuerlich geraten ^^;;; Wenn ich dann mal zum Testen komme berichte ich gern! Sowas mache ich gern wenn ich Zeit und Ruhe habe und solang der Kindergarten noch zu ist wird das wohl nicht der Fall sein mit Kleinkind und Baby ^^;;
    LG
    Christina

    • Hey Christina,
      Du hast instinktiv in etwa die Mischung gewählt, die ich auch nehmen würde- allerdings würde ich eher 350ml Brühe und 100 ml Traubensaft nehmen…und mich beim Essig mit Vorsicht von unten rantasten und erstmal mit 1-2 EL beginnen.
      Beim alkohlfreien Wein kannst Du – gerade wenn er zum Kochen gedacht ist in einem Gericht mit so starken anderen Aromen- ruhig einfach nehmen was Du findest. Falls Du mal ein bisschen stöbern willst- auf der Website der “Weinfreunde” findest Du eine ganze Auswahl- allerdings nur einen Roten. Alkoholfreie Weiße sind deutlich häufiger anzutreffen: https://www.weinfreunde.de/FLSearchAPI/search?sSearch=alkoholfrei

      Liebe Grüße aus dem verschneiten Berlin,
      Danja

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