Fluffige Schnecken mit Karamellsoße

“Ooooh….wie lecker….”

Ich glaube, ich hab das laut gesagt als ich beim wilden Scrollen durch Pinterest über ein Rezept für Karamellschnecken gestolpert bin, haha…Aber nun, Nach einem Jahr im Home Office wundert sich sicher niemand mehr, wenn man mit seinem Sofa, Küchentisch oder Lampenschirm spricht, oder? 😉

Geantwortet hat mir keines meiner Möbelstücke, und der einzige anwesende Gast (mit Weizenallergie) murmelte nur etwas in Richtung “Kann ich ja eh nicht…”…also hab ich einfach mal losgelegt- ziemlich spontan an einem Sonntag Nachmittag. Weshalb der Zeitpunkt keine sooo gute Idee war, könnt ihr unten noch nachlesen.

Grundsätzlich habe ich während des Corona-Jahres ziemlich viel gebacken und ich werde euch sicher noch das eine oder andere präsentieren, zum Beispiel mein Lieblings-Lockdownbrot, wie man sich entspannt an das Thema Maracons heranwagt und einiges mehr. Aber heute gibt es erstmal etwas neues aus der Ecke “Süße Schnecken für einen leckeren Sonntag” 😉

Besonders viel Arbeit ist es eigentlich nicht, aber das Timing ist nicht ganz unwichtig. Der Teig muss 2x gehen (45-60 Minuten) und während der ersten Gehzeit kocht man die Karamellsoße, die wird nämlich während der zweiten Gehzeit schon benötigt. Wer möchte, kann die aber auch vorher zubereiten, auch der Tag zuvor ist kein Problem. Zusammen mit der Backzeit braucht der spaß insgesamt rund 3 Stunden, auch wenn man gar nicht sooo viel machen muss. Da sollte man bedenken, sonst hat man (ich muss es wissen ;-)) am Ende Karamellschnecken am Sonntag zum Abendessen.

Wenn man die Zeit investiert, wird man allerdings mit einer süßen Fluffigkeit belohnt, die ihresgleichen sucht.

Die Schnecken lassen sich gut einfrieren und die Karamellsoße kann man im Kühlschrank problemlos einige Tage aufbewahren, ohne, dass sie fest wird. Die Schnecken werden vor dem Backen mit einem Teil der Soße gefüllt, ein weiterer Teil wird zum Bestreichen verwendet und dann ist immer noch etwas übrig, das kann man ganz wunderbar als soße mit auf den Teller geben. Schmeckt aber auch mit Brot, Eis oder heimlich pur mit dem Löffel direkt aus dem Kühlschrank…*dumdidum*.

Zutaten

  • Für den Teig
  • 500 g Mehl (405 oder 550)

  • 1 Tütchen Trochenhefe (7g)

  • 100 ml Milch (+ etwas zum Bestreichen)

  • 100 ml Wasser

  • 2 Eier (+ 1 Eigelb zum Bestreichen)

  • 3 EL Zucker

  • 80 g Butter (zerlassen)

  • 1 TL Salz

  • Etwas Öl zum Bestreichen der Form

  • Für die Karamellsoße
  • 200 g Zucker

  • 200 ml Wasser

  • 300 ml Sahne (leichte Kochsahne oder Sojasahne funktioniert gut)

  • 30 g Butter

  • Etwas Vanille- ich nehme 1 TL Vanilleextrakt, aber eine Vanilleschote geht natürlich auch

  • Salz nach Geschmack, wenn ihr eine salzige Karamellsoße möchtet

Zubereitung Teig

  • Mehl, Zucker, Hefe und Salz in einer großen Schüssel (oder in der Schüssel der Küchenmaschine) verrühren.
  • Milch und Wasser zusammen handwarm erwärmen (Topf oder Mikrowelle). Dann zu den trockenen Zutaten gießen und mit dem Knethaken eines Handrührers oder der Küchenmaschine verkneten- das erstmal ein recht bröselige Zeug.
  • Jetzt die Eier einzeln einkneten und am Schluss die Butter. Es kann sein, dass das mit der Butter anfangs etwas schwierig ist, gerade wenn man eine Küchenmaschine verwendet….mein Knethaken hat die Butter von außen als eine glitschige Schicht um den Teigball verteilt ;-). Was dann hilft: einmal mit den Händen kräftig durchkneten und sobald alles homogen ist, nochmal 2-3 Minuten mit der Küchenmaschine hinterher. Wenn alles nix hilft es, 1-2 EL mehr zusätzlich einzukneten.
  • Den Teigball nun abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Ich mache das bei der niedrigsten Temperatur im Ofen, aber ein Plätzchen an der Heizung funktioniert auch. Er sollte mindestens doppelt so groß werden. Bei mir war der Teig bereits nach 45 Minuten sehr stark aufgegangen, das Originalrezept empfahl hingegen 90 Minuten…kommt natürlich auf die Temperatur an.
    In der Zwischenzeit kochen wie die Karamellsoße, wenn ihr das nicht vorher gemacht habt. Zubereitung dazu siehe unten.
    Hier könnt ihr sehen, wie der Teig vorher/danach aussehen sollte:
  • Den Teig nun mit den Händen nochmal durchkneten und mit etwas Mehl auf der Arbeitsfläche zu einem breiten Rechteck ausrollen- etwa 30×60 cm
  • Das Rechteck in 3 Teile schneiden, die dann jeweils rund 30×20 cm groß sind 2 der Teile jeweils mit einigen EL der Karamellsoße bestreichen.
  • Die 3 Teile nun so aufeinander stapeln, dass der Teil ohne Soße oben liegt.
  • Jetzt von der langen Seite her 8 Streifen vom “Paket” abschneiden und vorsichtig zu einer Schnecke rollen. Glaubt mit, das Ding komplett aufzurollen und dann Schnecken als Scheiben abzuschneiden funktioniert NICHT besser…weil die Soße zwischen den Schichten da Ganze etwas glitschig macht. Ratet mal, woher ich das weiß ;-). Aber selbst wenn eure Schnecken hinterher nicht perfekt aussehen- das sieht man nach dem Backen kaum noch, versprochen!
  • Eine Springform (26-28cm) am Boden mit Backpapier belegen und am Rand leicht einfetten, zb mit einem TL neutralem Öl. Dann die Schnecken hineinlegen, abdecken und nochmal an einem warmen Ort gehen lassen, bis sie sich ordentlich vergrößert hatten. Bei mir waren 45 Minuten auf niedrigster Möglichkeit im Backofen perfekt:
  • Ein Eigelb mit 1 EL Milch verrühren und die aufgegangenen Schnecken damit bestreichen. Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
  • Die Schnecken nun 25 Minuten backen – wenn sie drohen, zu dunkel zu werden, ggf am Ende abdecken. Das Originalrezept empfahl 40 Minuten bei Ober-/Unterhitze und 200 Grad…das wäre auf jeden Fall bei mir zu viel gewesen.
  • Die Schnecken einige Minuten abkühlen lassen und dann großzügig mit der Karamellsoße bestreichen. Ein Teil davon zieht ein, ein Teil nicht…eine klebrige, aber ultraleckere Angelegenheit. Die restliche Karamellsoße einfach dazu servieren und die Schnecken warm oder kalt genießen.
  • Zubereitung Karamellsoße
  • Den Zucker mit dem Wasser aufkochen und einkochen lassen, bis sich daraus ein hellbrauner Karamell ergibt. Dabei ruhig vorsichtig immer mal etwas mit einem Holzlöffel rühren, damit das Karamell gleichmäßig bräunt. Wenn sich dabei etwas harter Zuckerkaramell am Löffel bildet, kein Problem, das geht in den späteren Schritten wieder ab.
  • 150 ml Sahne hinzugeben, unterrühren (es kann einen Moment dauern, bis sich alles in der Sahne löst), die Temperatur reduzieren und 2-3 Minuten sanft köcheln lassen. Jetzt müssten sich auch Zuckerrückstände vom Löffel lösen.
  • Die restliche Sahne, Butter, Vanille und Salz nach Geschmack zugeben. Alles noch einige Minuten köcheln lassen, dabei dickt die Soße ein. Dann beiseite stellen und abkühlen lassen. Wenn ihr das während des Gehvorgangs macht, müsst ihr dafür sorgen, dass die Soße jetzt schnell abkühlt- am besten auf dem Balkon oder dergleichen. Falls ihr die Möglichkeit nicht habt, macht die Soße lieber vorher oder am Vortag sogar.
    Am Ende schmeckt die Soße wie dickflüssige, leicht salzig Werther’s Echte 😉 und sie hält sich im Kühlschrank problemlos ein paar Tage.

Omnomnom…guten Appetit 🙂

5 Kommentare

  1. Liebe Danja,
    seit 5 Jahren backe ich ausschließlich mit Dinkelmehl.

    630 geht super als Ersatz zum Weizenmehl. Ich habe noch nie damit Probleme gehabt!

    Vielleicht mal einen Versuch für Mr. Weizenallergie wert.

    Herzliche Grüße
    Coco

    • Hi Coco (und auch Tina),

      vielen Dank für eure Kommentare. Von der “Bäckerseite” aus stimme ich euch zu, Dinkelmehl 630 lässt sich oft prima da einsetze, wo man sonst Weizenmehl 405 oder 550 verwendet hätte, außer, wenn das Gebäck sehr “fein” werden soll. Ich finde sogar, es bringt ein bisschen mehr Geschmack mit, ohne die Schwere von Vollkornteig, und ich weiß auch von einigen Leuten, die Dinkelbrot besser vertragen als Weizenbrot. Allerdings ist dann in der Regel keine richtige Weizenallergie daran Schuld, sondern oft andere Faktoren. Ein Beispiel dafür ist, dass bedingt durch unsere auch essenstechnisch immer “schnellere” Gesellschaft bei vielen Bäckern/Bäckereiketten dem Brot nicht mehr die nötige Ruhezeit gegeben wird. Lieber mehr Hefe und kurze Gehzeit, so kann man Zeit und Arbeitskraft sparen – leider wird Brot dadurch für viele, die mit dem Weizen selbst keine Probleme haben, eher mal schwerer verträglich. Bäckereien, die viel mit Dinkel arbeiten sind oft Biobäckereien oder allgemein Bäcker, bei denen man tendenziell (noch) mehr Wert auf “alte Bäckerkunst” legt, so dass dem Teig die nötige Zeit gegeben wird und das Brot hinterher bekömmlicher ist.
      Aber das ist nur ein Beispiel, wie sich etwas als Allergie oder Unverträglichkeit gegen Weizen “tarnen” kann.
      Es gibt tatsächlich auch einige Leute mir gering ausgeprägter, aber echter Weizenallergie, die Dinkel oder Kamut (beides ja enge Verwandte von Weizen) essen können, aber die Mehrheit muss leider all diese Getreidesorten meiden.
      Daher mein dringender Tipp an alle, die das lesen: wenn keine bestätigte Allergie vorliegt, kann man Dinkel ruhig mal probieren. Bei einer starken diagnostizierten Weizenallergie bitte ganz vorsichtig sein! 🙂

      Liebe Grüße,
      Danja

  2. Stimmt, ich tausche auch Weizenmehl gegen Dinkelmehl aus – egal bei was bisher – hat immer hervorragend funktioniert 🙂
    Die Schnecken werde ich auf jeden Fall mal nachbacken, die sehen sooooo lecker aus

  3. Hallo Danja,was für ein feines und mal ganz anderes Rezept…gut das ich morgen noch einkaufen muss fürs Wochenende, da kann ich die fehlenden Zutaten noch besorgen und übermorgen bei dem angekündigten Schittwetter backen.LG Angelika

  4. Schietwetter natürlich, Rechtschreibkorrektur lässt grüßen

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