Kumpir Caramba! Oder auch: Gefüllte Kartoffel mit Chili-Topping (klingt aber nicht halb so cool)

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Mexico meets Türkei- verrückte Welt! 😉

Kennt ihr Kumpir? In einigen Orten Deutschlands scheint man sie an jeder Ecke zu kriegen, an anderen noch gar nicht – die Rede ist von einem türkischen Kartoffelgericht. Auch wenn Kartoffeln natürlich ursprünglich nicht aus der Türkei kommen, ist dieses Gericht aus der türkischen Fast-Food-Küche eigentlich kaum wegzudenken. Kumpir bedeutet tatsächlich sowas wie “Ofenkartoffel” im dortigen Sprachgebrauch, aber – ein bisschen klugscheißen muss sein-  die tatsächliche Wortherkunft ist sogar deutsch! Im pfälzischen Sprachgebrauch gibt es das Wort “Krummbeere” für Kartoffel und deutsche Siedler brachten das Wort in die Türkei. Als “Kumpir” kam es dann hierher zurück und mittlerweile gibt es Kumpir-Imbisse in vielen großen Städten, vor allem in Stadtvierteln mit viel muli-kulti-Background.

Bis vor einigen Jahren arbeitete ich in Köln in so einem Stadtteil und habe dort Kumpir kennengelernt, als 2007 der erste Kumpir-Imbiss seine Tore öffnete. Mit den Jahren bin ich zwar nicht mehr hingegangen, weil ich mich irgendwie einmal zu oft mit dem unfreundlichen Chef angelegt hatte…*lach*…aber meine Leidenschaft für die leckeren Kartoffeln ist geblieben :-).

Das Prinzip ist einfach- die Kartoffeln werden im Ofen gebacken bis sie gar sind, dann eingeschnitten und das Kartoffelfruchtfleisch (meistens in einem ziemlichen “Gemeztel” ohne das Innere erst ganz zu entfernen) in der Kartoffel aufgelockert und dann mit Butter, Salz und Käse vermengt. Auf diese Kartoffel kommt nun alles mögliche an Toppings- klassisch sind verschiedene türkische Salate oder türkische Vorspeisen, aber in den Kumpir-Restaurants gibt es viele wilde Kreationen.

Das hier ist eine meiner Liebsten- weil es so schön einfach ist, richtig satt macht und fast jedem schmeckt- Kumpir Caramba! Das Topping ist im Prinzip ein ganz einfach gekochtes Chili con Carne, das etwas weniger flüssig ist als normales Chili- damit es oben auf der Kartoffel sitzt und nicht am Rand hinunter fließt.

Zutaten für 4 Portionen:

4 richtig große Kartoffeln,
Butter und geriebenen Käse nach Geschmack, ich nehme für jede Portion 2 TL Butter und 3 EL Reibekäse…im Türkischen Imbiss gerne auch mal das Doppelte 😉

400 g Rinderhackfleisch
1 kleine Dose Mais*
1 kleine Dose Kidneybohnen*
2 EL Tomatenmark
250 ml passierte Tomaten
1 kleine Zwiebel
1/2 EL Chilipulver oder eine zerbröselte getrocknete Schote
Salz, Pfeffer
etwas Fett zum Anbraten (Öl oder Butterschmalz)
150 ml Gemüsebrühe
nach Belieben Saure Sahne

*Ich nehme für diese Menge diese Minidosen, ich glaube die haben 140 g Abtropfgewicht. Alternativ 1/2 normale Dose

Zubereitung:

1. Zuerst werden die Kartoffeln abgewaschen und so wie sie sind in den 200 Grad heißen Backofen (Ober-Unterhitze) gegeben. Hier bleiben sie rund eine Stunde, bis sie gar sind. Am besten mit einer Gabel kontrollieren, sie muss wie durch Butter gleiten.

2. Etwa 20 Minuten vor Ende der Garzeit bereite ich das Chilitopping zu. Natürlich geht es auch eher, dann muss man es zum Ende nochmal heiß machen. Hierzu die Zwiebel schälen und fein hacken, Kidneybohnen und Mais abtropfen lassen.

3. Die Zwiebel in etwas heißem Bratfett glasig braten, dann das Hack dazu geben und krümelig anbraten.

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4. Das Tomatenmark und das Chilipuver zugeben, beides sehr gut einrühren und kurz mit anrösten.

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5. Mit den passierten Tomaten und rund 100 ml Gemüsebrühe ablöschen. Dann mais und Bohnen einrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

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6. Aufkochen und einige Minuten köcheln lassen. Wenn die Masse droht, zu fest zu werden, einfach etwas Gemüsebrühe nachgeben. Ich lasse das nun so lange bei geringer Temperatur köcheln, bis die Kartoffeln fertig sind.

7. Mit Salz, Pfeffer und Chili kräftig abschmecken.

8. Die gegarten Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und etwa bis zur Mitte längs einschneiden. Dann an den schmalen Enden etwas zusammendrücken, so dass sich die Kartoffel öffnet.

9. Das Innere nun mit einer Gabel auflockern und – ich mache das direkt in der Kartoffel- grob mit Salz, Butter und geriebenem Käse vermengen. Ich nehme am liebsten Parmesan, aber klassisch ist es eher milder Käse. Eine leckere Abwandlung: Feta! Es geht nicht darum, eine 100% glatte Masse herzustellen, es dürfen ruhig “Käsenester” in der Kartoffel sein. Eher wie ein sehr, sehr grober Stampf.

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10. Das Chilitopping auf den Kartoffeln verteilen. Wer mag, isst etwas Saure Sahne dazu 🙂

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Lasst es euch schmecken!

Übrigens werden auf Kumpir längst nicht nur heiße Topping serviert, sondern auch gerne kalte, cremige Salate wie zB Waldorfsalat. Aber auch ganz Einfaches, wie geschnittene Tomatenwürfel, Saure Gurken in Scheiben oder auch ein Spiegelei kann den weg auf eine Kumpir finden :-). Und, was habt ihr ausprobiert? Verratet es mir doch mal!

Ein Tipp noch: Durch das Garen im Ofen und nicht im Kochtopf wird die Schale etwas zäh und “lederig”, ich esse das meiste daher nicht mit.. dennoch bevorzuge ich die Ofen-Version, da die Schale auch etwas fester wird und besser zusammenhält, wenn man mit dem Messer oder einer Gabel das Innere herauslöst.

4 Kommentare

  1. Von Kumpir hatte ich bisher noch nie gehört, werde es aber auf jeden Fall mal ausprobieren! Mit dem Chili-Topping sieht es schon verdammt lecker aus 🙂

  2. Bisher kannte ich Kumpir auch nicht, aber das Ergebnis heute war sehr lecker! Die Saure Sahne dazu hat prima gepasst! Danke für das tolle Rezept! (Meine Kartoffeln haben allerdings fast eineinhalb Stunden gebraucht, dabei fand ich sie jetzt nicht übermäßig groß…)
    Liebe Grüße!

  3. bei uns in Österreich wird die Kartoffel – Erdapfel oder auch Grundbirne genannt;-)

    Ich hab Krumpir gestern mit Rahm – saure Sahne, Frischkäse,Kräuter und angebratenen Speckstückchen gemacht – ein Traum!

  4. Das habe ich vor einigen Jahren mal in Berlin gegessen, allerdings nicht gewusst wie es heißt – danke! Das war dort total lecker.
    Ich frag mich allerdings schon, woher man diese GIGANTISCHEN mutantenkartoffeln kriegt, die die dort hatten – ob die wohl neben einem atomkraftwerk angebaut wurden, oder einfach nur der entsprechende bauer extrem dumm war 😉

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