Fix ohne Fix: China-Pfanne “Chop Suey”

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Ihr Lieben- ich glaube, ich habe euch noch gar nicht mit unserer Wok-Kochstelle aus der neuen Küche bekannt gemacht, oder? Also…allerliebste Blogleser – Wokstelle, Wokstelle – allerliebste Blogleser!

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Weshalb ich das erwähne: Die Gas-Kochstelle für runde Woks (die, die ihr auch im Asia-Imbiss sehen könnt) ist nun seit fast 10 Monaten in Betrieb und seitdem habe ich immer mal wieder am “Fix ohne Fix für Chop Suey” herumgebastelt. Ich dachte, ich hätte das Rezept bald fertig. Aber Pustekuchen:
Versuch um Versuch wollte nicht so richtig, so dass ich zwischendurch erstmal frustriert aufgegeben hatte.

Ich fand vom ersten Moment an, dass sich in der Tüte irgendwo im Nachgeschmack noch eine Nuance befindet, die nicht unter den Zutaten aufgelistet ist. Und: bitter ist sie, diese zusätzliche Geschmacksrichtung. Für mich persönlich schmeckt es ein wenig wie Angebranntes ;-). Ich habe mich nach eingem Hin und Her dann entschlossen, sie einfach wegzulassen (wer sie wirklich vermisst- einfach ein bisschen anbrennen lassen ;-)). Herausgekommen ist eine superleckere Soße, dicht am Original, würzig, lecker und ein wenig feurig.

Da viele vor der frischen asiatischen Küche etwas zurückschrecken, weil sie die passenden Gewürze oder Kräuter nicht zu Hause haben, habe ich für das “Fix ohne Fix” eine Version mit getrockneten Gewürzen entworfen, die halten sich lange und sind sehr ergibig. Aber natürlich geht das prima auch frisch, dann gehören anstelle der Gewürze (Knobi, Cayennepfeffer, Ingwerpulver) zum Rezept: 1 rote Chilischote, 1 Knobizehe und ein Stück frischer Ingwer, etwa 3 cm groß.

Erstaunlicher Weise gehören zum Rezept auch Bambussprossen. Nicht diese breiten (die ihr oft in süßsaurer Soße entdeckt), sondern die kleineren, etwas dicker als Spaghetti in kurz.  Ich war erstaunt, sie auf der Fix-Tüte zu finden, ich dachte, da sei immer “nur” Pulvergedöns drin. Aber bei genauem Hinsehen fand ich im Pulver einige strohig aussehenden gelben Stücke- offenbar tatsächlich getrocknete Bambusstreifen. Um die Menge aus der Tüte nachzukochen, würde es vermutlich reichen, 5-6  kleine Streifen in die Soße zu werfen, aber das fand ich dann doch etwas sinnlos. Sie schmecken nach nicht viel, machen aber kalorienarm satt, nehmen den Geschmack der Soße super an und sind völlig unkompliziert zuzubereiten. da kann man sich ruhig mal eine halbe Dose gönnen.

Zur Orientierung: So sehen sie aus, die wir benötigen (ich hab leider vergessen, meine Dose zu fotografieren, gabs aber bei Rewe).

Und so sollen sie nicht aussehen. Ich denke, es ist eigentlich das gleiche Produkt, aber die dünnen Streifen machen sich viel besser in der Soße.

Aber mal Butter bei die Fische: Wie steht ihr eigentlich zu diesen schwarzen, asiatischen Glibberpilzen (Mu-Err-Pilze, in dieser Suppe hab ich euch die mal gezeigt)? Ich persönlich hab die als Kind IMMER überall rausgepult.  Sie schmecken eigentlich nach nicht viel, gehören für einige zu solchen Gerichten aber einfach hinzu. Da sie in der Regel getrocknet gekauft werden, eignen sie sich natürlich auch für Fixtüten- ich fand also tatsächlich recht große, ganze Pilze im Fertigtütchen. Also hab ich sie in dieses Rezept natürlich auch mit aufgenommen. Ich denke aber dennoch, man kann sie problemlos weglassen, zumal ihr Verwendung die Dauer der Zubereitung arg verlängert, die Pilze müssen nämlich erst eingeweicht werden.

In jedem Fall gilt: Weder die Pilze noch die Bambussprossen sind essentiell für den Geschmack das Gerichts. Außerdem kann man sicher prima auch anderes Gemüse ergänzen, das ihr mögt.

Zutaten für 2 Portionen:

250 g Geschnetzeltes vom Schwein, Rind oder Huhn…oder natürlich auch vom Tofu-Tier! :-)
1 Stange Lauch
1 Paprikaschote
2 EL Sonnenblumenöl (oder anderes Öl zum Braten)
2+1 TL gehäufte TL Speisestärke
2 + 4 EL Sojasoße
2 EL Fischsoße
1 TL Cayennepfeffer oder Chilipulver*
1 TL Knoblauchpulver*
1,5 TL Zucker
1 gestrichener TL Ingwerpulver*
Salz, Pfeffer
etwas Wasser
5-6 asiatische Mu-Err-Pilze, getrocknet (gibts im Supermarkt- wer die schwarzen, glibberigen Pilze nicht mag, lässt sie weg)
1/2 Dose Bambussprossen, in feinen Streifen (Abtropfgewicht ca. 100 g)

* wie oben beschrieben könnt ihr diese Zutaten natürlich prima mit frischen Zutaten ersetzen. Dann bitte 1 Chilischote, ein 3 cm Stück Ingwer und eine große Knobizehe schälen, fein hacken und mit dem Fleisch zusammen in die Pfanne/den Wok geben.

Zubereitung:

1. Wer sie verwenden möchte: Die Pilze mit warmem Wasser übergießen und mindestens eine Stunde einweichen lassen.  Wenn Knobi, Chili oder Ingwer frisch verwendet werden: Ingwer und Knobi schälen, alles sehr fein würfeln.

2. Das Fleisch in dünne Streifen schneiden. Natürlich könnt ihr auch beim Metzger Geschnetzeltes kaufen, aber ich finde das immer zu groß/dick. Wir brauchen richtig dünne Streifen. Ich habe es hier mit Schweineschnitzel aus der Oberschale zubereitet.

3. 2 EL Sojasoße mit 1 geh. TL Speisestärker glatt rühren. Dann das Fleisch hinzugeben und alles gut durchrühren. In dieser Marinade muss das Fleisch nicht lange liegen, aber ein paar Minuten mache ich es immer mindestens. Das könnte man übrigens auch machen, wenn man die Tüte zubereitet. Das Fleisch wird so zart und lecker…*mjam*. Bei Zimmertemperatur beiseite stellen.

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4. Die Paprika in mundgerechte Streifen schneiden. Die Lauchstange oben und unten abschneiden (das ganze Dunkelgrüne abschneiden sowie das Ende mit den haarigen Wurzeln). Das übrig gebliebene weiß-hellgrüne Stück nun waschen. Gerne verbirgt sich etwas Sand in den Schichten, im Zweifelsfall an einer Seite längs aufschneiden zum Waschen. Die Lauchstange in dünne Ringe schneiden.

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4. Für die Soße folgendes verrühren: 4 EL Sojasoße, 2 EL Fischsoße, 150 ml Wasser, 1 TL Cayennepfeffer, 1 TL Knoblauchpulver, 1 TL Ingwerpulver, 1,5 TL Zucker. Die Bambussprossen abgießen, die Pilze – wenn rechtzitig eingeweicht ;-)- ebenfalls.

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5. Das Öl in einem Wok oder einer weiten Pfanne stark erhitzen Das Gemüse hineingeben, unter Rühren bei großer Hitze anbraten (es soll knackig bleibe, also nur ~ 2-3 Minuten). Das Gemüse jetzt entweder aus der Pfanne nehmen und kurz zwischenlagern, in einem sehr großen Wok die Flamme etwas verkleinern und das Gemüse an den Rand schieben.

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6. Ggf etwas zusätzliches Öl in die Pfanne geben. Das Fleisch inkl. Marinade in diePfanne geben und bei starker Hitze rundherum anbraten. Wenn frisch verwendet: Ingwer, Chili und Knobi direkt mit dem Fleisch in die Pfanne geben und alles unter Rühren in 2-3 Minuten braten. Das Gemüse wieder hinzugeben / unterrühren. Kurz weiterbraten.

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Wenn man jetzt nur brät, bis das Fleisch soeben durch ist, hat man ein Gericht, wie man es am asiatischen Imbiss auch bekommt, das Gemüse ist knackig und das Fleisch sehr zart. Wer mag, kann das Gemüse auch länger braten, es fällt dann aber etwas zusammen.

7. Die vorbereitete Soße in den Wok geben und aufkochen. 

8. Nun kommen die Bambussprossen und die Pilze mit in die Pfanne. Durch die Speisestärke am Fleisch dickt die Soße schnell ein wenig an. Wem das noch nicht genügt, einfach 2 EL Wasser mit einem weiteren TL Speisestärke kalt verrühren und dann in die Soße geben, kurz aufkochen lassen.

So sieht das Gericht ohne Pilze jetzt aus:
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Und so sieht das Gericht MIT Pilzen und mit länger gegartem Gemüse jetzt aus, hab ich auch extra nochmal für euch fotografiert:

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9. Kurz abschmecken: Die Sojasoße und die Fischsoße sind sehr würzig, deshalb geben wir frühestens jetzt Salz hinzu. Dem einen oder anderen mag es aber auch schon salzig genug sein. Etwas mehr Schärfe? Dann mehr Cayennepeffer hinzugeben :-).

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Jetzt möglichst schnell servieren, das Gemüse soll ja asiatisch-knackig bleiben und nicht verkochen.

Dazu passt – natürlich: Reis, Bratreis oder asiatische Bratnudeln. Wer es KH-arm mag, möchte vielleicht den Reis aus Blumenkohl mal probieren?

Und hier der Vergleich von Zeit und Kosten:
Das Tütchen kostet 80 Cent und wird mit der gleichen Menge Fleisch und Gemüse zubereitet. Beide Portionen reichen für 2 Portionen, wenn man Reis dazu kocht. Unterschied: Ich benutze etwas weniger Soße. Ich mag es bei asiatischen Gerichten nicht so gerne, wenn sie in Soße nur so schwimmen. Im Originaltütchen werden 300 ml Flüssigkeit zugegeben, in meiner Version nur ca. 230. Wer gerne mehr Soße möchte, kann aber den Soßenansatz einfach um etwas Wasser und Sojasoße erweitern (4 Löffel Wasser, 1 Löffel Sojasoße). Ggf muss a Ende dann etwas nachgewürzt werden.
Aber zurück zum Preis: Paprika, Lauch und Fleisch fallen nicht ins Gewicht. Öl, Gewürze (Cayennepfaffer, Ingwer und Knobi als Pulver), Speisestärke, Salz, Pfeffer und Zucker kosten anteilig gerechnet etwa 55 Cent. teurer sind die Bambussprossen sowie die Pilze. Die Sprossen kosteten im Rewe 2 Euro, allerdings würde das für die doppelte Menge reichen. Macht aber immer noch 1 € für unsere Rechnung. Die Pilze kosten 3 €, aber es waren mindestns 30 Stück in der Packung. Das ergibt also einen zusätzlichen Preis von 60 Cent für 6 Stück, also einen Gesamtpreis von etwas mehr als 2 € anstelle von 80 Cent im Tütchen. Wer die Pilze (wie ich) ohnehin weg lässt, kommt günstiger weg.
Zum Aufwand: Das Kleinschneiden und Anbraten von Fleisch und Gemüse fällt in beiden Versionen an. Bei mir müssen noch die Zutaten für die Soße zusammen gerührt werden, in der Tütenversion sind es nur das Pulver und 300 ml Wasser. In beiden Varianten wird danach alles noch kurz aufgekocht. Ggf muss nochmal mit Speisestärke oder Gewürzen nachgearbeitet werden, aber insgesamt beläuft sich der zeitliche Mehraufwand auf 5-10 Minuten. Ausnahme: Wer die Pilze mit im Essen haben möchte, muss rechtzeitig mit dem Einlegen beginnen.

Fazit: nur minimal teurer und ein kleines bisschen mehr Zeitaufwand, dafür bekommt man ein superleckeres Chop Suey. Alle Geschmacksrichtungen der Originalsoße (außer “verbrannt” ;-)) sind enthalten und es schmeckt mir richtig, richtig gut!


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6 Responses to Fix ohne Fix: China-Pfanne “Chop Suey”

  1. Ingrid 22. Februar 2016 at 14:39 #

    Wie immer wunderbare Fotos von einem garantiert leckerem Gericht.

    Schön, daß Du die Kochstelle nutz. Habe ich auch aber schnell stillgelegt weil ich doch Schiss vor Gas bzw. einer Gasflasche (im Kochblock) habe.

    LG
    Ingrid

    P.S. Das Geschirr soooo schön

    • Danja 2. März 2016 at 09:54 #

      Huhu ingrid,

      ja, wir haben auch eine Weile überlegt…aber nach viel recherche sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir es gerne versuchen wollen. Und nach einigen Tagen hatte ich völlig vergessen, dass eine Gasflasche in unserer Küche steht (man sieht sie ja auch nicht).

      Minst Du die Teller in Türkis? Die sind übrigens von Butlers, gibts da auch noch, denke ich…falls Du Interesse hast.

      Liebe Grüße,
      Danja

  2. Lone 23. Februar 2016 at 19:37 #

    Danke für das tolle Gericht. Habe es heute nachgekocht. Mit den Pilzen. Daumen hoch bei allen 4 Familienmitgliedern. Dein Rezept ist zu den Lieblingsrezepten in den Ordner gehüpft.

  3. Andi 24. Februar 2016 at 14:00 #

    Das sieht super lecker aus. Mit Zutaten aus der Region wird es das am Freitag bei uns geben 😉

    Danke dafür 😀

  4. Diana 4. März 2016 at 15:14 #

    Liebe Danja,

    das gab es gerade bei uns und wir waren total begeistert. Leider hatte ich vergessen, Bambussprossen zu kaufen. Aber es hat auch ohne sehr gut geschmeckt. Vielen Dank für deinen Blog und die Inspirationen.

    Liebe Grüße
    Diana

  5. Udo Dierk 15. März 2016 at 14:00 #

    Hallo Danja,

    ich habe es eben mit allem Drum uind Dran nachgekocht – es war richtig lecker. Alleridings war ich mir etwas unsicher, wann die Soße ins Spiel kommt. Ich habe sie zusammen mit den Pilzen und den Bambussprossen zugefügt. Hat prima geklappt.

    Viele Grüße
    Udo

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