Pulled-Pork aus dem Backofen (Oder auch: Oh-mein-Gott-ist-das-lecker-Fleisch)

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Huhu ihr Lieben, ich bin ja eigentlich immer gerne für schnelle Gerichte zu haben. Alles, was man nach der Arbeit schnell und mit wenig Aufwand zubereiten kann, weckt erst mal mein Interesse. Aaaaaaber: manchmal ist Geschwindigkeit auch fehl am Platz. Völlig fehl sogar :). Zum Beispiel, wenn es “Pulled Pork” aus dem Backofen gibt.

Pulled Pork heißt so, weil man das Schweinefleisch, das eeewig lange bei niedriger Temperatur gegart wird, hinterher mit 2 Gabeln einfach superzart auseinander pflücken kann. Es zergeht geradezu auf der Zunge… und ist dabei würzig, saftig und …ach. Einfach nur lecker!

Eigentlich wird diese Leckerei auf einem Grill/Smoker zubereitet. Wer unseren 6 qm Balkon kennt wird sich aber denken können, dass wir es über einen kleinen 2-Personen-Kugelgrill nie hinaus geschafft haben, deshalb bereite ich mein Pulled Pork im Backofen zu. Die Garzeit unterscheidet sich im Prinzip nicht, bei 110°C Ober-/Unterhitze benötigt das Fleisch etwa 10 Stunden.  Das liegt natürlich nicht nur an der Temperatur, sondern auch an der Größe:  ich bereite 2,5 Kilo auf einmal zu und friere dann Reste portionsweise ein…sonst lohnt es sich ja auch nicht, 10 Stunden den Ofen anzuschalten. Das verträgt das Fleisch prima- man kann es schnell auftauchen und in der Mikrowelle erwärmen. So hat man immer schnell eine warme Leckerei zu Knusperbrot, Salat oder einer Grillgemüse-Pfanne parat.

Natürlich ist es super mit selbstgebackenen Burgerbrötchen, aber ich war bisher noch mit keinem Rezept wirklich 100% zufrieden. Auf die Schnelle schmeckt es aber auch mit nnusprigen Ciabattabrörchen oder Roggenbrötchen:

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Bevor ihr nun direkt zum Metzger lauft und euch mit Fleisch eindeckt, hier noch ein paar wichtige Tipps zum Ablauf, die man mit einplanen sollte:

– Das Fleisch muss einen Tag vorher mariniert und dann 24 Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Ich kaufe das Fleisch deswegen 2 Tage vor der Zubereitung abends nach der Arbeit beim Metzger. Man kann es dann entweder schon abends marinieren (auch 36 Stunden sind kein Problem) oder am nächsten Morgen.  Wenn ihr das Fleisch vorbestellen wollt, müsst ihr also 3 Tage vor der Zubereitung den Metzger eures Vertrauens informieren.

– Am Tag der Zubereitung habt ihr morgens noch Zeit kleinere Dinge zu erledigen, nach etwa 3 Stunden Garzeit allerdings muss immer jemand zu Hause sein und das Fleisch alle 30-40 Minuten mit dem austretenden Sud bepinseln. Das ist weder schwierig noch zeitaufwändig, aber es muss halt gemacht werden.

– Ihr benötigt neben den Zutaten noch folgendes: eine groooße Auflaufform/Aluschale um den Sud unter dem Fleisch aufzufangen. Die Schale sollte größer sein als das Fleisch, gar nicht so einfach. Ich nehme eine ganz große Schale von IKEA. Zur Not würde auch ein tiefes, gut gereiningtes Backblech gehen. Außerdem: Ein Fleischthermometer, einen Backpinsel, Alufolie und viel Geduld.

– Ihr könnt an dem ganzen Tag NICHTS anderes in eurem Ofen zubereiten- oder erst, wenn das Fleisch am Schluss herausgenommen wurde und ruht. Das kann einem schon mal zu spät einfallen, wenn man die Burgerbrötchen zum Pulled Pork selbst backen will 😉

– Das Fleisch sollte ab 65-70 Grad Innentemperatur regelmäßig bepinselt und bei 85-88 Grad aus dem Ofen genommen werden. So genau kann man das eigentlich nur mit einem Fleischthermometer bestimmen. Ist keine große Sache, gibts auch bei Discountern immer mal wieder. Ohne wird es schwierig.

Soooo…das war es schon an Hinweisen für die Planung, dann kann es losgehen:

Zutaten für 2,5 Kilo Schweinefleisch (reicht hinterher für etwa 10 Personen):

2,5 Kilo Schweinenacken ohne Knochen
ca. 600 ml Ananassaft
ca. 600 ml kräftige Gemüsebrühe
3 EL brauner Zucker
4 EL Senf
3 EL Paprikapulver, edelsüß
1,5 EL Salz
1,5 EL Puderzucker
1 EL Pfeffer
1,5 EL Kreuzkümmel
1,5 EL Knoblauchgranulat
1,5 EL Cayennepfeffer

(es sind jeweils gehäufte Löffel gemeint)

500 ml BBQ-Soße (gekauft oder selbstgemacht, ein schönes Rezept findet ihr ganz unten)

Burgerbrötchen und Beilagen nach Wunsch…je nachdem, wie ihr euer Pulled Pork essen mögt. Man kann es einfach als Fleischbeilage zu Salat genießen, ich finde es aber klassisch als Burger-Belag am besten. Als Burger passt – auch wenn das erst mal mit der BBQ-Soße komisch klingt – Krautsalat und Tzatziki fantastisch dazu.

Vorbereitung: 24 h vor der Zubereitung oder anders gesagt …36 h vor dem Essen

1. Das Fleisch mit dem Senf dünn einreiben.

2. Alle Gewürze von Paprikapulver bis Cayennepfeffer miteinander vermischen.

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3. Das Fleisch kräftig mit der trockenen Gewürzmischung einreiben. Es ist wichtig, die Gewürze wirklich in jede Ritze zu bekommen…je besser ihr das macht, umso aromatischer schmeckt hinterher das Fleisch.

4. Das gewürzte Fleisch nun in einen groooßen Gefrierbeutel geben und die Luft heraussaugen oder herausdrücken. Wenn ihr keinen so großen Beutel habt, könnt ihr es auch eng in Frischhaltefolie einschlagen und dann in eine saubere Plastiktüte geben. Nun ab in den Kühlschrank für 24 Stunden.

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5. Das Fleisch etwa eine Stunde vor der Zubereitung herausnehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

Zubereitung: 12 Stunden vor dem Essen

1. Das Fleisch, das schon Zimmertemperatur hat (s.o.) mit einem Fleischthermometer versehen.

2. Den Ofen auf 110 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

3. Etwa 250 ml Ananassaft und 250ml Brühe mit dem braunen Zucker verrühren und in eine weite Auflaufform geben (sollte größer sein als das Fleischstück). Die Auflaufform auf ein Blech (untere Schiene im Backofen) stellen, einen Rost auf die mittlere Schiene geben und das Fleisch auf den Rost legen.

4. Warten, warten, warten. Nach etwa 3 Stunden sollte das Fleisch eine Kerntemperatur von 65-70 Grad haben.

5. Nun das Fleisch regelmäßig mit dem Sud in der Auflaufform bestreichen. .. am besten alle 30-40 Minuten. Das ständige Hocken vor dem Ofen kann einem am nächsten Tag schon mal Muskelkater in den Oberschenkeln bringen 😉 Am besten, ihr denkt euch jetzt schon mal ne Ausrede dafür aus !

6. Wenn ihr das Fleisch bepinselt, ruhig mit dem Pinsel immer auch am Rand der Auflaufform entlang fahren und alles, was sich in der Form befindet, gut miteinander vermischen. Immer wieder Ananassaft und Brühe nachgeben. Am Ende verbraucht man zusammen locker einen Liter. ihr solltet auf jeden Fall immer so viel nachgeben, das ihr am Ende noch etwa 300 ml Sud in der Form habt, mit denen ihr das abgezupfte Fleisch vermengen könnt.

7. Die Fleischtemperatur geht die ersten Stunden recht fix hoch, erlebt aber immer wieder zwischendurch auch “Plateaus”,  das bedeutet, die Temperatur steigt lange nicht an. Das ist normal…nein, euer Thermometer ist nicht kaputt. Bei mir stockte die Temperatur beim letzten Mal bei 78 Grad sogar mehr als 2 Stunden lang.  Einfach warten 😉

8. Bei 85-88 Grad (eher Richtung 88) könnt ihr das Fleisch rausnehmen. Nun sollte es noch mindestens 1 Stunde, gerne aber länger, ruhen und solange warm gehalten werden. Dazu wickelt ihr das Fleisch in Alufolie und gebt es dann in den ausgeschalteten Ofen. Wenn ihr den benötigt, könnt ihr das Fleischpaket in Alufolie auch in eine saubere Plastiktüte geben und danach in Bettdecken hüllen. Funktioniert prima und – keine Sorge- riecht auch nicht 😉

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9. In dieser Zeit könnt ihr prima alles andere vorbereiten…den Tisch decken, Getränke bereit stellen, und ggf noch eine BBQ-Soße kochen:

1 Knoblauchzehe
50 ml Apfelessig
200 ml Apfelsaft
200 g Tomatenketchup
1 EL Sojasauce
1 TL Worcestersauce
4 EL Ahornsirup
1-2 TL geräuchertes Paprikapulver
1 EL Whiskey
Salz, Pfeffer

Den Knoblauch fein hacken und mit allen Zutaten bis zum Ahornsirup aufkochen. 20 Minuten leise offen köcheln lassen, dann mit den übrigen Zutaten abschmecken. Vorsicht mit dem geräucherten Paprikapulver! Es ist zwar sehr wichtig für dieses Rezept, aber eben auch sehr intensiv. Ihr bekommt es in Feinkostläden oder gut sortierten Supermärkten.

10. So…wenn alles angerichtet & fertig ist, darf das Fleisch wieder ausgepackt werden. Auf einem groooßen Brett wird es nun mit 2 Gabeln auseinander gepflückt. Die Fleischstücke vermische ich mit dem Sud aus der Schale unter dem Fleisch sowie 2/3 der BBQ-Soße. Es sollte saftig sein, aber nicht in Soße schwimmen. Auf diesem Bild ist das Fleisch noch “pur”:

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11. Nun kann jeder seine Pulled-Pork-Burger nach Geschmack zusammen setzen. Wenn ihr hierfür auch BBQ-Soße haben möchtest, stellt ihr am besten die doppelte Menge her.

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Hmmm…lecker!

285 Kommentare

  1. Hört sich toll an! Werde ich auf alle Fälle ausprobieren! Wielange hält sich das Fleisch in der Gefriertruhe? Und wie gefrierst du es ein?

    • Huhu,
      Also wie lange es sich eingefroren hält, habe ich noch nie getestet, dazu ist es zu schnell weg. Aber ich gebe einzelne Portionen in Gefriertüten, drücke die Luft heraus und verschließe die Tüten mit einem Clip. Am besten (wie bei allem an Gefriergut) langsam im Kühlschrank auftauen lassen.
      Liebe Grüße,
      Danja

    • Tolles Rezept. Hab es schonmal gemacht und es war toll. Nun will ich gleich einen größeren Brocken machen und weiß genau dass ich ca. 1,5 kg nicht brauchen werde.

      Nun meine Frage: Was ist besser? Zerreissen und dann die 1,5kg zerfetzt einfrieren oder die 1,5kg am Stück abschneiden und im ganzen einfrieren? Lässt es sich dann nach dem auftauen und erwärmen wieder zerreissen?

      • Huhu,

        also das Fleisch am Stück einzufrieren und erst nach dem Auftauen zu “zupfen” hab ich noch nicht probiert, vielleicht hat jemand anders hier schon Erfahrungen gesammelt? Ich vermenge immer das gesamte Fleisch mit der Soße und friere dann Einzelportionen ein, die ich einzeln aus dem TK entnehmen und aufwärmen kann.

        Grüssli,
        Danja

  2. Hey Danja, ich hatte noch ein kleineres Stück Fleisch (ca. 1kg Nacken) und Burger Brötchen eingefroren.
    Da ich fett erkältet bin und eh nicht raus kann, lag der Gedanke nah, am Sonntag gibt es Pulled Pork Burger 🙂

    Das Fleisch liegt schon gewürzt im Kühlschrank, ich mach dazu amerikanischen cowle slaw.

    Schönen Urlaub noch.
    Steffi

    • Huhu Steffi,

      ich hoffe, Du bist wieder fit? Wenn ich es richtig gesehen habe, hast Du auf der Feinkostpunks-Facebookseite ein Foto von Deinem Pulled Pork hochgeladen- finde ich super, danke! 🙂

      Liebe Grüße,
      Danja

  3. jessica nowakowski

    hi! hört sich super an, werde ich ausprobieren. super sehen auch die burgerbrötchen aus. hast du die auch selber gemacht? (und gibts dann da auch ein rezept zu 😉 )
    lg, jessi

    • Huhu,

      die dort abgebildeten Brötchen hatte ich auch selbstgemacht, nach diesem Rezept:

      50 ml Milch
      400 ml Wasser
      2 Päckchen frische Hef