Sprossensalätchen mit Zuckerschoten (mit oder ohne Steakstreifen), Schnappatmung unterm Weihnachtsbaum und und was sonst noch so los war dieses Jahr

Huhu ihr Lieben,

na, habt ihr die Feiertage gut überstanden? Könnt ihr euch schon wieder bewegen oder kugelt ihr noch mit vollem Rotkohl-Knödel-Apfelstrudel-Magen auf dem Sofa herum? Also im Hause Feinkostpunks gibt es eine Art gemischte Strategie…*lach*…wir daddeln beide möglichst viel mit unseren Weihnachtsgeschenken rum, dann fällt es nicht so auf, dass wir eigentlich ziemlich faul sind. Ich persönlich liebe ja die Zeit direkt vor und nach Weihnachten…weil man so völlig hemmungslos nichts vorhaben darf, ohne sich wirklich schlecht zu fühlen. Versteht mich nicht falsch, auch weihnachtlicher Skiurlaub, Waldspaziergänge und last-minute-Wohnnungsrenovierungen haben sicher ihre Daseinsberechtigung, keine Frage. Ich neige aber leider dazu, mich das Jahr über ziemlich zu verausgaben und eher zu selten Auszeiten einzuplanen…und ich gehöre auch zu denen, die nur ganz schlecht mal 2 Tage auf dem Sofa abgammeln können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben („Du müsstest eigentlich noch unbedingt die Kammer aufräumen…“, „Geh doch endlich mal in eins der tollen Berliner Museen…“, „Herrje, wie kann man nur den ganzen Tag bei Netflix und Mandarinen auf dem Sofa hängen“…)…naja. Und so „zwischen den Jahren“ ist das plötzlich alles kein Problem. Wunderbar.

Und man kann herrlich zurückblicken auf alles, was gut oder auch nicht so gut funktioniert hat. Ein paar Kostproben? Bitteschön:

Hat so mittelgut funktioniert: Eulenkekse und Igelkekse. Ja, die sehen zwar sehr süß aus und schmecken auch ganz gut, aber es war wirklich ein supernerviger Aufwand, deshalb hab ich sie auch nicht gebloggt.

Hat gar nicht funktioniert: fettarmer Apfel-Brownie. Sah auf Pinterest aus wie ein supersaftiger Apfelkuchen, hatte leider eine Konsistenz wie Gummi, schmeckte aber noch schlimmer. Ein Foto vom fertigen Kuchen gibt’s deshalb nicht 😉

Hat gar nicht funktioniert: Mich weniger aufregen, wenn bei der Arbeit irgendwer quer schießt. Aber immerhin- als ich neulich mit einer gehörigen Portion Grummeln im Bauch nach Hause kam, war mein Freund schon früher angereist und hatte mir eine Ladung „Kackhaufen-Kekse“ gebacken, die ich dann bei einem Glas Weißwein dekoriert habe. Wer kann schon noch wütend sein, wenn er diese süßen Haufen vor sich hat? 😉

Ist absolut gescheitert: Fettarmen laktosefreien Joghurt in einem no-electricity-needed-Yoghurt-Maker herstellen. Fail, Fail, Fail. Selbst die Zugabe von dem einen oder anderen Helferlein endete in einer dünnen, schleimigen Suppe. Zur Ehrenrettung des Geräts: Vollfettjoghurt funktionierte ohne Weiteres und war sehr lecker!

Hat gut funktioniert: neue Restaurants und Küchenexperimente wagen! Ich habe mit Kollegen und Freunden ein paar feine Adressen in Berlin (und sogar eine in Düsseldorf ;-)) kennen und lieben gelernt. In einem davon (La Mezcla in Friedenau) feiern wir morgen Silvester, ich freu mich schon! Außerdem sind in meiner Küche die ersten selbstgemachten Nudeln und Baumkuchen entstanden:

Hat super funktioniert: Aus der Hitze in die Hitze fliehen- Entspannen in Ägypten funktionierte dank viel Wind und Schnorcheln besser als gedacht. Und das Essen war fantastisch – und ebenfalls heiß 😉

Hat gar nicht funktioniert und trotzdem geschmeckt: Alle leckeren Kekse auch wirklich vor Weihnachten bloggen- diese leckeren Florentiner mit Pistazien und Cranberries haben es nicht rechtzeitig geschafft. Naja, vielleicht nächstes Jahr 😉

Aber nochmal zurück zum Thema Weihnachtsgeschenke….tatsächlich habe ich ein paar tolle Schätze für die Küche bekommen, die beide schon rege im Einsatz waren (bis zum Herd habe ich es vom Sofa also schonmal geschafft. immerhin ;-)):

Am meisten beschäftigt hat mich eine neue Bratpfanne, die ich zuerst sehr skeptisch, dann aber mit wachsender Begeisterung ausprobiert habe- sie ist aus Edelstahl. Ich hatte wochenlang hin- und herüberlegt welche Pfanne ich haben möchte, da meine alte wirklich mehr als hinüber war (ein mittelmäßiges „Hauptsache groß“- Modell aus irgendeinem Kaufhof-Sale)…aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden. Alles was sicher war – es sollte auf keinen Fall eine von diesen mit supi-dupi-nix-brennt-an-Beschichtungen werden- die finde ich zwar ganz nett, wenn man Pfannkuchen oder so machen will, aber eine schöne Bratkruste ist damit kaum hinzukriegen und es dauert eeeeewig bis Röstaromen entstehen. Nicht meine Welt.
Ich wollte aber auch nicht in Tonnen Fett braten müssen, also war ich im Kopf bei den eher schwereren beschichteten Gusspfannen von Woll, Le Creuset & co….aber so richtig durchringen konnte ich mich nicht. Dann kam Weihnachten und aus meinem Paket purzelte eine Edelstahlpfanne. Edelstahl? Echt jetzt? Schnappatmung!

Das hab ich bisher genau EIN Mal probiert und hatte danach ein 2-Schichten-Steak- eine angebrannte Schicht in der Pfanne und eine halbrohe auf dem Teller. Paniiiiiiik-….wie sag ich meinem Freund, dass Edelstahlpfannen nix für mich sind? („Schatz danke, aber….willst Du in Zukunft das rohe oder das angebrannte Fleisch?“) Hui…und die Marke…noch nie gehört. Er ist nicht wirklich der Typ für halbherzigen Kram, also vermutlich ein halber Kleinwagen aus Edelstahl. Erstmal durchatmen. Und seine Geschichte dazu angehört, die offenbar eine aufwändige Recherche beinhaltete und eine Zuversicht, wie ich sie selbst am Herd nur kenne, wenn ich meinen „geht -auch-im-Schlaf-weil-so-supereinfach-Schokokuchen“ backe.  Also gut. Nochmal Google befragt. Viele zufriedene Leute. Sehr zufriedene. Aber man muss üben. Irgendwas mit einem „Wassertropfen müssen an der Oberfläche tanzen“- Test gelesen und erstmal ins Bett.
Am nächsten Morgen frisch ans Werk- und ans Gerät. Bis mir die Augen zufielen hatte ich am Vorabend Artikel über Artikel gelesen über Taktiken des „zuerst erhitzen, dann runterstellen“, Wassertropfentest, Bratgut bloß nicht anfassen bis es sich von selbst löst und, und, und….was soll also schief gehen? Und sie alle sollten Recht  behalten- mein Freund mit der grandiosen Erklärung „Das muss funktionieren“, denn „bei Kitchen Impossible würden in den meisten Küchen schließlich auch nur Edelstahlpfannen oder gusseiserne Pfannen stehen“, die vielen Kochverrückten aus den Foren, die den Wassertropfentest erklärt hatten und auch der Hersteller- der zur Ruhe mahnt, es kann nichts anbrennen, wenn man ein bisschen Geduld hat. Ehrlich gesagt- es funktioniert traumhaft. Ich freue mich riesig über meinen Küchenzuwachs. Und nein- das ist keine Werbung, ich habe kein Geld für dieses Lob erhalten ;-).

Passend dazu habe ich für mein heutiges Rezept zum ersten Mal ein Steak in meinem „Küchen-Porsche“ gebraten- aber das Rezept funktioniert auch ohne Fleisch sicher gut. Gebratene Champignons kann ich mir für eine vegetarische Variante auch gut dazu vorstellen. Das Salätchen ist sicherlich etwas für Fans süß-scharfer Kombinationen- die scharfen Sprossen & eine Chili in der Soße passen herrlich zu den milden Zuckerschoten und dem Honig in der Soße.  Ich habe eine Sprossenmischung verwendet, die ich selbst gezogen habe (in meinem zweiten Weihnachtsgeschenk, das zeig ich euch mal, wenn ich damit besser umgehen kann ;)). Wer keine anderen Sprossen hat/bekommt, kann sicher auch ein Beet Kresse verwenden.

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

200 g Zuckerschoten
4 Handvoll Pflücksalat (ich hatte eine Wildkräuter-Salatmischung…eine Mischung mit Rucola passt sicher gut)
1 große Ringelbeete*
1 Entrecôte-Steak, etwa 350 g (oder eine vegetarische Alternative)
Etwas Öl oder Butterschmalz zum Anbraten
4 EL Weißweinessig
1 EL Senf
1 EL Honig
1 getrocknete Chilischote
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Nach Belieben: 1 EL Sesam

*Ringelbeete hatte ich euch hier einmal vorgestellt. Das Originalrezept hatte keine Ringelbeete, aber ich fand die Farbe und den Geschmack dazu prima. Kann man aber sicher auch weglassen. Falls ihr nicht wisst, wo es die gibt: Ich sehe sie im Moment recht häufig bei den Bioständen auf dem Markt und auch im Biosupermarkt.

Zubereitung:

1. Das Fleisch am besten etwas vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen, damit es nicht kalt in die Pfanne kommt.

2. Die Zuckerschoten in mundgerechnet Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser rund 2 Minuten bissfest garen. Dann abgießen und mit kaltem Wasser gut abschrecken, so dass sie nicht weitergaren und schön knackig grün bleiben.

3. Den Salat bei Bedarf putzen, waschen und trocken schleudern.

4. Für das Dressing Weißweinessig, Senf, Honig, die zerbröselte Chilischote sowie etwas Salz und Pfeffer gut vermischen. Ich nehme dazu ein Schraubglas und schüttele kräftig. Dann das Olivenöl zugeben und nochmal kräftig schütteln. Abschmecken- genug Salz und Pfeffer? Ruhig mal mit nem Salatblatt testen. In diese Soße kommt eigentlich noch 1 EL Sesam. Ich finde aber, dass der mir den anderen starten Geschmacksrichtungen, etwas untergeht Man kann ihn also auch ruhig weglassen.

5. Die Ringelbeete schälen und in sehr dünne scheiben schneiden. Die Scheiben auf 2 Tellern anrichten und je schonmal mit 1 EL des Salatdressings beträufeln.

6. Zuckerschoten, Sprossen und Salat mit dem Dressing vermengen, dabei ein kleines bisschen Dressing und Sprossen zum Anrichten zurückbehalten.

7. Das Steak in einer Pfanne von beiden Seiten knusprig anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Meine Pfanne habe ich erst voll aufgedreht, dann das Öl rein und die Pfanne auf 6 von 9 zurückgedreht. Dann dauerte das Anbraten etwa 7 Minuten, bei 2 cm Dicke. Das Steak dann in Alufolie wickeln und einige Minuten ruhen lassen. In der Zeit kann man die Küche schonmal etwas aufräumen 😉

8. Den Salat auf der Ringelbeete anrichten und mit den restlichen Sprossen bestreuen.

9. Das Steak aufschneiden und die Schneideflächen nochmal mit etwas Salz bestreuen. Dann zusammen mit dem Salat anrichten und genießen 🙂

Lasst es euch schmecken!

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleibt neugierig, offen und habt Spaß an möglichst vielem, das ihr tut. Nicht nur (aber auch) in der Küche 🙂

Liebe Grüße,

Eure Danja

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11 Responses to Sprossensalätchen mit Zuckerschoten (mit oder ohne Steakstreifen), Schnappatmung unterm Weihnachtsbaum und und was sonst noch so los war dieses Jahr

  1. Bettina 30. Dezember 2018 at 18:00 #

    Vielen herzlichen Dank, Danja, für diese tolle Schilderung! 😊😊
    Das war so persönlich, menschlich, anschaulich und alles so nachvollziehar (was klappte, was nicht..) und dann noch der Pfannen-Maserati…. 👍🏽
    Ich bin sehr gespannt, was da jetzt alles Neues an Rezepten kommen wird.

    Welches ist denn, bitte, das Restaurant in Düsseldorf?!

    ALLEs GUTE für 2019!
    Bettina

    • Danja 30. Dezember 2018 at 18:11 #

      Hi Bettina,
      danke für deinen lieben Kommentar 🙂
      Das Restaurant in Düsseldorf heißt „King Fusion“- ein fürchterlicher Name, aber das essen war wirklich fantastisch. Ein kleiner Wehmutstropfen (abgesehen davon, dass es nicht ganz günstig ist): Der vordere Restaurantbereich ist viel, viel schöner als der hintere. Wenn Du dort hingehst und reservierst, frag unbedingt nach einem Tisch vorne. Hinten ist es lange nicht so schön und es ist auch irgendwie ungemütlich. Sonst aber wirklich toll.

      Liebe Grüße,
      Danja

  2. Bella 30. Dezember 2018 at 19:45 #

    Liebe Danja,

    Sehr schön geschrieben und Gratulation zum Küchenzuwachs, aber wo sind deine Locken geblieben?

    Grüßli Birgit

    • Danja 30. Dezember 2018 at 21:35 #

      Hi liebe Bella,

      Glätteisen macht’s möglich ;-). Immer gleich wär ja auch langweilig, hihi….Wenn sie Haare mal glatt sind fällt mir erst auf, WIE lang die eigentlich sind…obwohl ich da gerade erst beim Friseur war und gute 10 cm da geblieben sind 😉
      Guten Rutsch in 2019, meine Liebe!

      Grüssli,
      Danja

  3. Timoleon 30. Dezember 2018 at 22:20 #

    Hi Danja!

    Könntest Du mir vielleicht verraten, welche Pfanne Du da genau bekommen hast? Ist das die 28er Pfanne der Proline-Serie mit 7 Ply?

    Das Fleisch sieht traumhaft aus. Ebenso die sympathische Dame auf dem Bild ganz unten. 🙂

    Ich wünsche Dir alles, alles Gute für 2019!

    LG,
    Timoleon.

    • Danja 30. Dezember 2018 at 22:29 #

      Hallöchen,

      Aber klar: es ist die Demeyere „Industry“ in 32 cm. Die Proline ist tatsächlich nochmal etwas teurer, aber ich hab noch nicht nachgelesen, was der Unterschied ist. Die Industry lässt wirklich nichts vermissen. In 32 cm muss man allerdings bedenken, dass sie (durch den Griff auf der Kopfseite) in einige Backöfen schon nicht mehr reinpasst…falls einem das wichtig ist. Der Griff ist aber sinnvoll, denn das Ding ist ECHT schwer 😉

      Ich wünsche dir auch alles Liebe und einen guten Rutsch ins Jahr 2019.

      Grüssli,
      Danja

      • Danja 30. Dezember 2018 at 22:33 #

        Oh, Mist, Mist…Ich habe gerade gesehen, dass es DOCH die Proline ist. OMG…Ich bin ja so verpeilt. Ich hab sofort die banderole abgemacht und erst danach gegoogelt…herrje.
        Schieb es auf jahres-end-demenz oder so…
        Ich dachte nun eine knappe Woche ich würde mit der anderen braten 😉

        Ich geh mir mal nen Wein einschenken…

        Grüssli, Danja

  4. Timoleon 30. Dezember 2018 at 23:08 #

    Alles gut, Danja. Am Ende des Jahres darf man auch ein wenig verpeilt sein. 🙂

    Vielen lieben Dank für die Auskunft und die guten Wünsche! Ich denke, ich habe da ein tolles Geburtstagsgeschenk für meinen Liebsten gefunden, der sehr gerne scharf anbrät (meine armen Tefal-Pfannen!). 😉

    LG,
    Timoleon

  5. Barry 2. Januar 2019 at 15:37 #

    Hallo,

    Ein super Rezept und das Fleisch schaut so saftig aus, einfach ein Hingucker.
    Jetzt muss ich noch schauen wo ich solche Ringelbeete bei uns in Wien bekomme.

    Liebe Grüße,
    Barry

    • Danja 2. Januar 2019 at 15:41 #

      Hi Barry,
      falls Du keine Ringelbeete bekommst, passt auch hauchdünn aufgeschnittener Rettich sicher gut :-).
      Liebe Grüße,
      Danja

  6. Barry 9. Januar 2019 at 09:32 #

    Hallo Danja,

    Dankeschön für den Tipp mit den aufgeschnittenen Rettich, den bekomme ich sicher.

    Liebe Grüße,
    Barry

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