Rosa Roastbeef aus dem Backofen

 

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Wir sind ja keine sooo großen Fleischesser… an den meisten Tagen gibt es bei uns eher vegetarische Küche. Aber bei so einem tollen Roastbeef aus dem Ofen kann sich keiner von uns auch nur imTraum vorstellen, dauerhaft Vegetarier zu werden, sorry liebe Veggies ;-).

Ich möchte hier auf dem Blog auch Grundsatzdiskussionen über Fleisch und tierische Produkte ja/nein ganz gerne vermeiden, aaaaber: Ich nutze die Gelegenheit dennoch zu sagen, dass dieses Rezept ein gutes Beispiel dafür ist, WAS Fleischqualität wirklich ausmachen kann. Dass wir so wenig Fleisch essen, hat nämlich zu einem guten Teil auch damit zu tun, dass es uns sehr wichtig ist, wo das Fleisch herkommt und welche Qualität es hat. Da wir fast alles bei einem kleinen Stand am Wochenmarkt einkaufen und unsere Tiefkühl-Kapazitäten begrenzt sind, ist Fleisch schon seit langer Zeit bei uns eher ein Wochenend-Genuss. Dafür freuen wir uns darauf dann auch immer total und zelebrieren die Zubereitung und das Essen umso mehr :-). Und bei so einem Rezept, in dem das Fleisch fast pur zubereitet wird, schmeckt man wirklich einen Unterschied zu billiger Ware aus dem Supermarkt.

Ich habe mich früher nur ganz selten an “größere” Stücke Fleisch getraut- ich hatte immer das Gefühl, beim Kurzbraten kann weniger schief gehen und wenn mal etwas nicht so super wird, hat man nicht gleich Angst, Fleisch vom Wert eines kompletten Restaurantbesuchs versaut zu haben ;-). Aber mittlerweile habe ich ein paar richtig gelingsichere Rezepte zusammengetragen und möchte euch eines davon heute vorstellen. Das Praktische: Die Menge ist für 2-3 Personen bemessen, nicht gleich für eine ganze Kolonie 😉

Zutaten (für 2-3 Portionen):

500 g Roastbeef am Stück
3 TL Thymian, getrocknet
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Etwas Butterschmalz oder Sonnenblumenöl zum Anbraten

Zubereitung:

1. Den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Wenn noch vorhanden, die feste Fettschicht vom Fleisch abtrennen, ich lasse das gerne auch direkt vom Metzger machen.

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2. Öl oder Butterschmalz erhitzen und das Fleisch bei etwa 2/3 Hitze  kurz rundherum anbraten. Das sollte insgesamt nicht mehr als 2 Minuten dauern. Dann herausnehmen.

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3. Das gebratene Fleisch nun salzen und pfeffern, außerdem mit dem Thymian rundherum einreiben. Dann den Knoblauch schälen und in dünnen Scheiben auf das Fleisch geben.

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4. In einer kleinen Auflaufform bei 200 Grad 15 Minuten garen. Dann die Temperatur auf 130 Grad herunter drehen und die Ofentür kurz offen lassen, damit die Temperatur auch wirklich schnell runter geht. Sollte Fleischsaft ausgetreten sein (bei guter Fleischqualität sollte das aber nur in sehr geringem Umfang passieren), kann man ihn mit einem Löffel auf das Fleisch gießen.

5. Je nach gewünschtem Gargrad weitere 12-15 Minuten garen. Das Fleisch auf den Bilden war noch 13 Minuten im Ofen.

6. Herausnehmen, den Knobi entfernen und das Fleisch für 5 Minuten in Alufolie gewickelt ruhen lassen. In der Zeit kann man schon mal alles andere auf dem Teller anrichten. Bei uns gab es an Ostern dazu einen Spargel-Brotsalat, den ich euch in den nächsten Tagen hier auch zeige. Perfekt passt aber auch eine Ofenkartoffel mit Sauerrahm!

7. Das Fleisch nun nach Wunsch aufschneiden und mit etwas Salz bestreuen. Fertig!

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11 Responses to Rosa Roastbeef aus dem Backofen

  1. Selina 25. April 2014 at 10:49 #

    Mmmh…sieht einfach nur köstlich aus dieses Rostbeef, perfekt rosa gebraten und gegart. So stellt man sich ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller vor.
    Ich bin was das Thema Qualität und Fleisch betrifft ganz deiner Meinung. Besser selten Fleisch essen, dafür dann aber wirklich qualitativ hochwertig und schmackhaft, als häufiger Fleischkonsum in Billigvariante. Nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich und ökologisch gesehen bringt dieses Konsumverhalten viele Vorteile mit sich. Ich habe übrigens vor kurzem auch einem Blogartikel über Steak braten geschrieben, vielleicht hast du ja Lust mal vorbeizuschauen (http://www.himmlisch-kochen-backen.de/tipps/steaks-von-rare-bis-zu-well-done/)
    Würde mich freuen!
    Danke für dein Rezept!
    Liebe Grüße, Selina

  2. Ansgar 30. März 2015 at 23:21 #

    Hallo Danja,

    ich könnte mir das obige Rezept sehr gut für eine Familienfeier mit 15 Personen vorstellen, d.h. ich werde die Menge anpassen und auf ca. 3 kg erhöhen. Mein Plan ist aber das Fleisch nach dem Anbraten für 3 Stunden zum Niedriggaren in den Ofen zu stellen. Hast Du eine Vorstellung welche Temperatur ich dafür wählen sollte?

    Ciao

    Ansgar

    • Danja 31. März 2015 at 13:52 #

      Huhu Ansgar,

      das geht mit Sicherheit. Roastbeef bei Niedrigtemperatur gare ich bei 80 Grad und dann mit einem Thermometer…60 in der Mitte = rosa :-)

      Wie lange das dauert, hängt natürlich sehr von der Form des Stücks ab, aber 3 Stunden könnten je nach Form eeetwas knapp sein.Ich würde vorsichtshalber etwas mehr zeit einplanen und das Fleisch -sollte es zu früh fertig sein- bei 60 Grad warm halten.

      Grüssli,
      Danja

  3. nicola 14. August 2016 at 15:47 #

    Totaler Müll
    Fleisch war innen nicht nur roh,sondern noch total kalt.
    Hab mich exakt an die Anleitung gehalten und das Fleisch sogar noch 15min bei exakt 55° ruhen lassen.

    M.E. ist das Zubereiten von Roastbeef reine Glücksache,wenn man es nicht ständig macht.Ich frage mich darüber hinaus,wie bei dem Rezept die Temperatur gemessen wurde.Bei der Größe,Zeit und Temp. gelang es jedenfalls nicht.

    Naja,die Schnappie’s fanden’s jedenfalls gut.

    • Danja 16. August 2016 at 10:36 #

      Liebe Nicola,
      auch wenn Dein beitrag ziemlich unverschämt ist, sollst Du selbstverständlich eine anständige Antwort bekommen: Zunächst einmal finde ich es mehr als befremdlich ein Rezept (oder Lebensmittel? Leider bist Du da nicht sehr präzise) als “Müll” zu bezeichnen, nur weil bei Dir etwas nicht geklappt hat. Ich bereite mein Roastbeef immer genau so zu und es wird immer genau so wie auf dem Foto gezeigt- und damit extrem lecker. Allerdings ist eine kleine Portion Mitdenken beim Garen von Fleisch natürlich schon sinnvoll- ein kleines Stück Roastbeef kann ja durchaus etas dicker oder dünner sein- je nach der Größe des Ausgangsstücks, aus dem es geschnitten wurde. Wenn dein Fleisch also dicker oder dünner ist als das auf dem Foto, ändert sich auch die Garzeit.

      Achja- selbstverständlich sollst Du auch eine Antwort auf die einzige Frage in deinem Beitrag bekommen: Für solche Rezepte messe ich die Temperatur meines Ofens mit einem Backofenthermometer. Ob Dich das der Lösung Deines Problems näher bringt, weiß ich allerdings nicht ;-).

      Übrigens: Durch etwas sanften Druck auf das Fleisch kann man mit etwas Übung leicht feststellen, welchen Garpunkt es gerade hat. Beim nächsten Mal einfach mal draufdrücken und erst DANN entscheiden, ob man es schon aus dem Ofen nimmt- denn Zubereitung von Roastbeef ist mitnichten Glückssache, wenn man ein paar Dinge beachtet.

      Schöne Grüße,

      Danja

  4. Nanni 12. Dezember 2016 at 18:40 #

    Ich möchte hier auch gerne etwas zu sagen.
    Ich hatte noch ein Stück (500g) Steakfleisch über (vorher Steaks abgeschnitten).
    Da ich es gestern nicht noch machen wollte, habe ich das Stück schon gesalzen, gepfeffert und mit Thymian eingeklopft in Silberfolie im Kühlschrank gelagert.
    Heute habe ich es nur noch kurz in Butterschmalz in der Pfanne angebraten, in eine Kasserole gelegt, mit Knofischeibchen belegt und noch frischen Thymian drappiert.

    Bin Heißluftfan. Hab den Ofen auf 180° vorgeheizt und das Fleisch 15 Min. wie oben angegeben sich entwickeln lassen. Dann die Tür ca. 5 Min. offen gelassen und den Ofen auf 110° gestellt. Anmerkung hierzu, der Ofen muss länger abkühlen oder man lässt die Tür wirklich offen bis es auf 110° runtergekühlt ist. Hatte insgesamt noch mal auf 15 Min. gestellt und nach ca. 8 Min. die Tür dann zu.

    Bin auch keine Superköchin aber das Fleisch ist hervorragend geworden. In der Mitte rosig und saftig. Weder kalt noch missraten, hat super geschmeckt auch kalt :)

    Danke für das Rezept, mein Mann meinte nämlich es könne nichts werden, das müsste alles viel länger in den Ofen und nicht so hoch in der Temperatur.

    Noch einen Grund, meinen Mann nicht mehr zum Kochen in die Küche zu lassen 😉

  5. Gerhard 12. Mai 2017 at 22:09 #

    Ich bin ein absoluter Freund des Niedertemperaturgarens. Zwingend erforderlich: Ein “Fleischtermometer 2 in 1″ (Kerntemperatur des Fleisches und Ofentemperatur). Kostenpunkt: unter 20 €. Die tatsächliche Temperatur des Backofens weicht teilweise bis zu 20 °C von der Temperaturangabe auf dem Einstellknopf ab. Das Thermometer wird an der dicksten Stelle in das Fleisch eingestochen und zeigt auf einer Skala die Kerntemperatur des Fleisches und auf einer zweiten Skala die Backofentemperatur an. Wie ihr das Fleisch würzt – z.B. nach Danjas Rezept (oder gar nicht würzt), ob ihr es scharf anbratet, gar nicht anbratet oder zum Schluss “anbratet” (sog. Rückwärtsgaren) ist eure Entscheidung.

    Backofen auf max. 80°C Umluft vorheizen. (Bei höheren Temperaturen kann das im Fleisch enthaltene Wasser die Faserstruktur des Fleisches zerstören, wodurch Fleischsaft austritt.) Das Thermometer in ein Stück Roastbeef oder Steakhüfte an der dicksten Stelle einstechen, in eine Auflaufform legen und in den Backofen schieben. Unbedingt die Backofentemperatur mit dem Thermometer überwachen. Es kann durchaus etwas dauern, bis das Thermometer die richtige Ofentemperatur anzeigt. Ggf. Temperatur nachregeln. Nun solltet ihr in regelmäßigen Abständen die Kerntemperatur des Fleisches überprüfen. Bei etwa 48°C Kerntemperatur stellt ihr eine Backofentemperatur von 50°C ein. Evtl. die Backofentür kurzzeitig öffnen, damit die Temperatur schneller sinkt. Nun kann euer Fleisch in Ruhe auf die Gäste warten. Selbst Wartezeiten von mehr als einer Stunde sind unproblematisch. Diese Wartezeit hat den Vorteil, dass der Fleischsaft genug Zeit hat, sich im Fleisch zu verteilen. Eine Ruhezeit des garen Fleisches ist nicht notwendig.

    Wenn die ersten Gäste kommen, stellt ihr den Backofen wieder auf 80°C. Das Fleisch ist bei einer Kerntemperatur von 55°C- 58°C gar. Das dauert jetzt noch etwa 30-45 Minuten. Ihr habt also genau Zeit für einen Begrüßungstrunk und etwas Small-Talk.

    Danach präsentiert ihr euren Gästen ein sehr zartes, saftiges Stück Fleisch.

  6. Uwe Ott 8. Juni 2017 at 13:04 #

    Hallo Du, sehe leider Deinen Namen nicht:-)

    Wir haben das Rostbeef am Stück (waren ca. 900 Gramm) nach Deinem Rezept zubereitet, und was soll ich sagen, es wurde hervorragend.

    Das einzige was wir ein wenig falsch dosiert heben, war der Thymian (wir reiben das Rostabeef mit gut 5 Löffel ein, da unser Stück je doch erheblich schwerer war als Dein Beispiel 500g/3 Löffel).

    Aber das wissen wir beim nächsten mal:-).

    Aber ansonsten top, sowohl innen als auch außen…wunderbar!

    Heute gibt es wieder Roastbeef nach Deinem Rezept:-).

    War mir einfach wichtig, Dir das mit zu teilen, da ein Beitrag hier doch “unter aller Sau” war (Du weisst bestimmt ich mein die Nicola).

    Hätte Sie es so zubereitet wie Du es hier schreibst bzw. wie wir es gemacht haben wäre es super geworden (so bekamen es bei Ihr ja angeblich nur die Hunde zu fressen)…..was soll man dazu sagen, außer das die Hunde eine “Delikatesse” bekommen haben:-).

    Lass Dich durch solche “Miese Peter” bitte NICHT davon abbringen, hier weitere leckere Zaubereien , z: B. für uns zu veröffentlichen!!!

    Ganz lieb Grüße aus Regensburg senden Dir/euch

    P.S. wennDu Zeit findest, würde ich mich auch über ein paar Zeilen von Dir freuen…

    Monique Andre und Uwe Ott

    • Danja 8. Juni 2017 at 16:57 #

      Hey ihr Lieben,

      Day ist ein ganz toller Kommentar und ich freue mich riesig, dass es euch geschmeckt hat.
      Auf Miesepeter gebe ich meistens nicht viel- das macht einem nur den Tag kaputt. Ich nehme brauchbare Kritik immer gern an, aber bei einigen wenigen Kommentaren lohnt es sich einfach nicht, sich damit näher zu befassen.

      Umso mehr geht mir das Herz auf wenn ich eure Zeilen lese.

      Ganz liebe Grüße aus Köln,

      Danja

  7. Grillkönig 15. Juni 2017 at 20:05 #

    … schöner Beitrag, aber das gute Stück ist außen doch etwas zu hell, oder?

  8. Dijana 6. Oktober 2017 at 08:27 #

    Vielen Dank für die Tipp’s! Auch bei mir hat alles wunderbar geklappt mit der schrittweisen Anleitung :-)

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