Rhabarbersaft selbstgemacht (für Schorle & Likör)

IMG_3322Ja, auch Rhabarber ist eigentlich ein Gemüse! Aber meistens wird er eher wie Obst verwendet, zum Beispiel als Kuchen oder Kompott.  Auch Rhabarbersaftschorle gibt es in immer mehr Cafés und Restaurants zu kaufen… Noch vor einigen Jahren wurde man etwas komisch beäugt, wenn das zartrosa Getränk dann an den Tisch gebracht wurde, aber heute ist es doch längst “in”, oder? Leider schmeckt längst nicht jeder Rhabarbersaft aus dem Supermarkt gleich gut…das brachte mich auf die Idee, mal welchen selbst zu machen. und siehe da – es war gar nicht schwierig! :-)

Rhabarber enthält übrigens recht viel Vitamin C, aber auch Oxalsäure. Die ist nicht weiter gefährlich, neutralisiert aber Calzium. Wer auf viel Calzium in seiner Nahrung achten möchte, sollte nicht unbedingt zeitgleich mit einer großen Portion Joghurt auch Rhabarber zu sich nehmen :-). Ich lasse mich davon aber nicht beirren – ich liiiebe Rhabarberkompott mit Sahne! Aber heute geht’s ja um den Saft:

Zutaten für etwa 2 Liter Saft:

Gut 1 Kilo Rhabarberstangen (ungeputzt gewogen)
250 g Zucker
1,5 l Wasser

Außerdem:
2 Flaschen (hitzebeständig, ich nehme Glasflaschen die ich hier kaufe)
1 großes Sieb (kann ruhig ein Nudelsieb sein), 1 sauberes Geschirrtuch

Zubereitung:

1. Den Rhabarber putzen (ich frage immer auf dem Wochenmarkt, ob man bei der entsprechenden Sorte die Schale entfernen sollte) und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden.

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2. Mit dem Wasser und dem Zucker in einen großen Topf geben, aufkochen und ca. 15 Minuten kochen lassen. Der Rhabarber sollte jetzt zu Brei zerfallen sein. Wenn nicht, noch etwas weiterkochen.

3. Das Sieb mit dem Geschirrtuch auslegen, in eine große Schüssel stellen und die Rhabarbermasse hineingeben. Gut abtropfen lassen, ruhig einige Minuten.

4. Den Topf ausspülen, es sollten keine Stückchen/Fasern mehr drin sein.

5. Den aufgefangenen Saft zurück in den Topf geben und nochmals wenige Minuten aufkochen.

6. Heiß in sterilisierte (z.B. mit kochendem Wasser) Flaschen geben und sofort verschließen. Abkühlen lassen und dann mit Sprudelwasser, ggf. Limette und Eiswürfeln genießen :-)

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Ich habe bisher nicht ausprobiert, wie lange sich der Saft hält. Aber in gut  verschlossenen Flaschen einige Tage auf jeden Fall problemlos, wahrscheinlich deutlich länger, wenn man ihn kühlt.

Mit 2 Packungen Vanillezucker und 300 ml Korn (oder mehr, je auf 1 l Rhabarbersaft) wird daraus übrigens ein leckerer Likör für den Sommerabend…hicks…


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14 Responses to Rhabarbersaft selbstgemacht (für Schorle & Likör)

  1. Miss Golosinas 24. April 2013 at 23:26 #

    Ich habe erst einmal Rhabarbersaft getrunken und das war in München.
    Hier in Österreich gibt es den leider normalerweise nicht auf der Speisekarte.

    Aber ich war grad heute in meinem Garten…und der Rhabarber wächst schon ganz ordentlich und sobald er gross genug ist….dann koche ich mal deine Sirup nach

    Bin schon gespannt!

    Liebe Grüsse
    Tanja

    • Danja 25. April 2013 at 08:20 #

      Hey Tanja, wenn Du einen Sirup haben möchtest, solltest Du aber auf jeden Fall deutlich mehr Zucker nehmen und den Saft noch länger richtig einkochen lassen. Schmeckt aber auf jeden Fall auch lecker! Dieses Rezept ist jedoch wirklich als Saft gedacht, den man pur oder z.B. 1:1 aufgegossen als Schorle trinken kann – ähnlich wie die Rhabarbersäfte aus dem Supermarkt.

      Ich hätte übrigens auch suupergerne einen Garten…ich versuche so ziemlich alles auf meinem Balkon zu züchten, aber für Rhabarber wäre leider wirklich kein Platz…hihi…

      Grüssli nach Österreich,
      Danja

  2. Jaisha 16. Juni 2013 at 19:05 #

    Danke für das tolle Rezept! Gerade nachgekocht und drei Flaschen leckeren Saft herausbekommen. Noch etwas abgewandelt mit frischen Erdbeeren, Limette, Vanille und Minze <3

    • Danja 17. Juni 2013 at 12:07 #

      Huhu Jaisha,
      das klingt sehr lecker! Falls Du zu deiner Kreation mal ein bild hochladen möchtest, kannst Du das gerne auf der Facebookseite von Feinkostpunks machen. Ich glaube, nächstes mal werde ich auch schon beim kochen Minze hinzugeben…dann spar ich mir das hinterher :-)
      Grüße,
      Danja

  3. Nova 30. Juni 2013 at 09:25 #

    Gestern habe ich den letzten Rhabarber der Saison abgegriffen, mal sehen, wie der sich mit deinem Rezept macht, mal was anderes als immer nur im Kuchen…. Die Bilder sind auf jeden fall vielversprechend.
    Alle liebe,

    Nova

  4. Angie 14. Mai 2014 at 16:54 #

    Hi,…

    …koche gerade den Saft…

    …aber was machst Du mit dem ab gekochten Rhabarber – für die Hühner oder??
    LG

    • Danja 19. Mai 2014 at 08:43 #

      Hey Angie,

      sorry für die später Rückmeldung.
      Ja, den Rhabarber habe ich tatsächlich entsorgt, er war ja durch das Kochen ziemlich ausgelaugt.

      Grüße,
      Danja

  5. Konrad Georg 26. Juli 2014 at 00:46 #

    Ich schneide den Rhabarber immer auf 1 cm. Dann spielen die Fasern keine Rolle mehr.

    Zum Thema Sirup.

    Zuckersirup 1 zu 1 einge Minuten kochen.

    Vor ein paar Tagen habe ich nach diesem Schema versucht, Brombeersirup zu machen. Aber da sah es so aus, als ob dieser Sirup dann in der Flasche gelieren würde. Dann habe ich noch etwas kochendes Wasser dazu gegossen. So passt er.

    Weiß es wer noch besser?

    • Danja 27. Juli 2014 at 14:02 #

      Huhu Konrad,

      in Brombeeren ist (im Gegensatz zu Rhabarber) Pektin enthalten, eine Art natürliches Geliermittel. Deshalb kann man aus Brombeeren so super Gelee machen! Mehr Wasser hilft natürlich, genau wie du es gemacht hast. Vermutlich hast du die Beeren (analog zum Rhabarber) in Zucker ziehen lassen, oder? Darauf würde ich bei Brombeeren dann verzichten, denn dieser Vorgang sorgt explizit dafür, dass das Pektin besser austreten kann ;-). Auch UNBEDINGT verzichten (aber hast Du wohl nicht gemacht) sollte an darauf, etwas Zitronensaft zuzugeben, wenn einem der Spaß zu süß gerät. Die Zitronensäure sorgt ebenfalls für ein besseres Gelieren des Pektins.

      Beste grüße,
      Danja

  6. daeny 23. Januar 2015 at 20:37 #

    Hallo,
    ich lese jetzt schon recht lange dein Blog, aber erst der RhabarberSirup verleitet mich zum kommentieren *schande über mich* Wo ich doch shcon einiges ausprobiert habe. :) Ich kommentier dann mal an entsprechender Stelle. :)
    Also zum Sirup: Ich bin glückliche Besitzerin eines schier wuchernden Rhabarberbusches, der IMMER wiederkommt. :) Deshalb interessiert mich die Haltbarkeit sehr. Ob der Sirup das ganze Jahr über hält? Was meinst du?

    Danke!
    daeny

    • Danja 24. Januar 2015 at 21:07 #

      Huhu Daeny,

      ich denke nicht, dass der Rhabarbersaft soo lange haltbar ist, dafür ist der Zuckeranteil zu gering. Dukannst aber mit stark veränderten Mengen (1,5 Kilo Rhabarber, 1 Kilo Zucker, 600 ml Wasser, etwas Limettensaft) einen richtigen Sirup kochen- der ist dann deutlich länger haltbar. Dafür den Rhabarber geschält und kleingeschnitten mit dem ZUcker vorher mehrere Stunden marinieren, dann mit dem Wasser und etwas Limettensaft aufkochen. Danach weiter wie gehabt und in sterile Flaschen abfüllen :-)

      Grüssli,
      Danja

      • daeny 12. Februar 2015 at 23:43 #

        Danke, liebe Danja, das wird prompt ausprobiert, wenn der Rhabarber Saison hat, dauert ja nicht mehr so lange, weil das Zeug ja wächst wie Unkraut. :) Ich berichte. :)

        Liebe Grüße,
        daeny

  7. Andrea 28. Januar 2015 at 18:00 #

    Liebe Danja,
    da hab ich den Frühling einfach mal vorgezogen. Ich hatte noch Unmengen Rhabarber im Tiefkühler. Wenn es jetzt noch aufhört zu regnen…

  8. Gerlinde 18. Mai 2016 at 17:47 #

    Ihr müsst den Saft in den Flaschen einkochen. Mache ich immer. Ich habe zum Beispiel ein leckeres Rezept für Wildkräuterlimonade. Die wird kalt angesetzt. Trotzdem koche ich sie für den Winter in Flaschen ein. Im Winter wachsen leider keine Wildkräuter y !!!!

    Der Einkochapparat muss auf 90° eingestellt werden. Sobald die Temperatur erreicht ist noch 30 Minuten einkochen, abkühlen lassen.

    Dann sind die Flaschen ( es müssen aber Verschlüsse mit Gummirand sein ) fest verschlossen und halten sich Monatelang.

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