Orientalischer Kürbis aus dem Ofen

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Manchmal geht bei Rezepten etwas gaaaanz komisch schief…und dann traut man sich erst mal ein paar Jahre nicht dran. Kennt ihr das? Dieses Kürbisrezept hinterließ bei mir tatsächlich ein kleines Trauma bei der ersten Runde- und das lag nicht mal an Rezept selbst! Vor viiiielen Jahren habe ich für einen Freund zum ersten mal gekocht. Ehrlich gesagt war es zu dem Zeitpunkt noch so eine typische „mal gucken was draus wird-Freundschaft“. Also der letzte Moment der Welt jedenfalls, in dem man für jemanden kochen und so richtig auf die Nase fallen möchte ;-). Ich dachte, es könnte eigentlich nichts schief gehen- ein einfaches Rezept mit Hackfleisch, das mehr oder weniger im Ofen von alleine gart. Aber weit gefehlt; Der Herr mochte keine orientalischen Gewürze, kein Lammfleisch (damals hatte ich es mit Lamm zubereitet) und Kürbis war ihm auch suspekt. Na super. Achso, noch dazu habe ich vor lauter Aufregung vergessen, den Kürbis vorzugaren, so dass er hinterher steinhart war. Ich muss vermutlich nicht mehr verraten, dass nix draus geworden ist…hihi.

Egal. In allerbester Laune und dem besten Schatz der Welt als Küchenhilfe gab es einen zweiten Versuch- und ich bin total begeistert. So begeistert, dass ich dieses Rezept mit euch teilen möchte. Das Original kam damals von Chefkoch, glaube ich. Genau weiß ich es aber nicht mehr, ich habe nur den handgeschriebenen Zettel mit den Zutaten wiedergefunden :-).

Für 2 mit großem Hunger oder 4 als Beilage zu Salat:

1 Hokkaido-Kürbis (mittelgroß, etwa 1,5 Kilo roh, ergibt nach dem Aushöhlen etwa 900-1000 Gramm)
400 g Hackfleisch (Rind, Lamm oder gemischt)
1 kleine Zucchini
1 große rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
etwas Fett zum Anbraten
1 TL Kreuzkümmel (Cumin)
1 TL Cayenne-Pfeffer
1 TL Paprikapulver (mild)
1 TL Curry
1/2 TL Koriander, gemahlen
1/2 TL Ingwerpulver
1/2 TL Muskat
1 Prise Zimt
1 Bund Petersilie (ein großes Bund vom Markt…wer die kleinen Schachteln aus dem Supermarkt nimmt, kauft besser 2)
Salz, Pfeffer
1 Ei
50 ml Sahne oder kalorienarme Kochsahne
50 ml Gemüsebrühe

Zubereitung:

1. Den Ofen auf 200Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Den Deckel vom Kürbis abschneiden und das weiche Innenleben inkl. der Kerne entfernen.

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2. Den Rand etwas aushöhlen, so dass etwa 1 cm Rand stehen bleibt. Dazu hilft ein kleines, scharfes Messer oder ein Kugelausstecher. Muss nicht schick von innen aussehen 😉

3. Den Kürbis und den Deckel von innen salzen und beides bei 200 Grad Ober-/Unterhitze 30 Minuten backen.

4. In der Zwischenzeit die Zwiebeln und den Knoblauch fein hacken, ebenso das herausgetrennte Kürbisfruchtfleisch. Die Zucchini auch kleinschneiden, muss aber nicht ganz so winzig sein. Die Petersilie waschen, die Stiele entfernen und die Blätter fein hacken.

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5. In einer Pfanne das Fett erhitzen und die Zwiebeln mit dem Knobi glasig braten. Dann das Fleisch hinzugeben und krümelig anbraten, bis es fast gar ist.

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6. Dann den fein gehackten Kürbis hinzugeben und 2 Minuten weiterbraten.

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7. Nun alle Gewürze hinzugeben und mit anrösten. Nach etwa einer Minute vom Herd nehmen, Zucchini und Petersilie unterrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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8. Das Ei mit der Brühe und der Sahne/Kochsahne verrühren.

9. Die Füllung in den Kürbis geben. Übrig gebliebene Füllung schmeckt auch gut in Tomaten, Paprika oder ähnlichem- Kürbisse sind halt immer unterschiedlich groß.

10. Den Guss langsam auf die Füllung geben. Am besten löffelweise, denn er ist ja etwas dickflüssiger und es dauert einen Moment, bis er einsickert.

11. Nun den Kürbis weitere 20 Minuten backen. Dann servieren- im Ganzen macht er richtig was her. Zerschnitten sieht er natürlich nicht mehr ganz so edel aus 😉

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13 Responses to Orientalischer Kürbis aus dem Ofen

  1. Monika 5. September 2014 at 19:48 #

    Hallo Danja,
    so ähnlich mach ich den gefüllten Kürbis auch, dazu serviere ich noch aufgeschlagenen Naturjoghurt mit frischer kleingehackter Minze, mmmhhh!
    Werde ich demnächst auch wieder kochen, jetzt beginnt ja wieder die leckere Kürbiszeit!
    Herzliche Grüße aus MUC
    Monika

    • Danja 8. September 2014 at 09:06 #

      Huhu,

      stimmt, das mit dem Joghurt wollte ich eigentlich noch dazu schreiben, das ist wirklich eine leckere Ergänzung! Wenn es ganz schnell gehen muss, schmeckt auch fertiges Tzatziki dazu :-). Ganz liebe Grüße,
      Danja

  2. len 5. September 2014 at 21:17 #

    Huhu… ich bin ein absoluter Kürbis-Neuling… schneidest du ihn auf und ist ihn mit schale? Wahrscheinlich ist das eine blöde frage aber ich hatte einmal irgendwo Kürbis aus dem Glas und musste mich erstmal von dem Schock erholen.. aber dein Rezept sieht sooo lecker aus… ich muss unbedingt dem Kürbis noch eine Chance geben… 🙂

    • Danja 8. September 2014 at 09:05 #

      Huhu Ien,

      Ja, das kann ich gut verstehen. ich hab Kürbis auch laaaange verschmäht, weil ich den aus dem Glas so fies fand. Dann war ich in den USA und dort was es viel gängiger, Kürbis zu essen. Seitdem bereite ich ihn total gerne zu und auch in jeder erdenklichen Variante.
      Hokkaidokürbisse haben eine essbare Schale. WEnn der Kürbis gegart ist, schmeckt die Schale genau wie der Rest. Bei anderen Kürbissen ist die Schale meist nicht schädlich, aber auch nicht übermäßig lecker 🙂

      Liebe Grüße und gib dem Kürbis UNBEDINGT noch eine Chance! 🙂

      Grüssli,
      Danja

  3. Coco 5. September 2014 at 22:02 #

    Klingt superlecker. da wir jedoch sind Vegetarier sind werde ich Sojaschnetzel verwenden.
    Zum Kürbisaushöhlen verwende von ein Zubehör von Rösle, eigentlich um aus Butter Röllchen zu zaubern. Ist sowas von scharf und für svhnelles und leichtes Kürbisaushöhlen geeignet.
    LG Coco

    • Danja 8. September 2014 at 09:03 #

      Huhu,

      stimmt, so ein Butter-Röllchen-Ding kann ich mir sehr gut dafür vorstellen. Vermutlich funktionieren auch diese Grapefruit-Messer sehr gut. Ist bestimmt nur eine Frage der Zeit, bis es endlich einen „Kürbis-Aushöhler“ zu kaufen gibt…schließlich gibt es sogar schon spezielle Löffel für Kiwis 😉

      Viel Spaß beim Ausprobieren und liebe Grüße,
      Danja

  4. Martina 16. September 2014 at 13:56 #

    Hi Danja,
    wir lieben Kürbis – in allen Variationen! Aber so als Ganzes haben wir den bis jetzt noch nicht ausprobiert – wird auch direkt nachgeholt 🙂
    Aber jetzt meine blöde Frage: Wenn du den Kürbis aushöhlst und das Fruchtfleisch später dem
    Gehackten beigibst… packt du da das komplette Innenleben rein, sprich auch die Kerne…?
    Oder friemelst du die vorher raus…? 🙂
    Grüße aus dem Sauerland…,
    Martina

    • Danja 30. September 2014 at 14:23 #

      Huhu Martina,

      bitte entschuldige die späte Rükmeldung, ich war ja im Urlaub.
      Nein, das weiche, faserige Innenleben und die Kerne kommen weg. Nur das harte Fruchtfleisch wird verwendet. Ich entferne das Innenleben einfach mit einem Löffel.

      Liebe Grüße,
      Danja

      • Martina 7. Oktober 2014 at 13:18 #

        Hi Danja…
        ja, hab dann auch bei der Zubereitung gemerkt, dass das ´ne doofe Frage war… 🙂
        Aber das Gericht ist wirklich ganz toll… sehr, sehr lecker… *mjam*
        Echt einfach zu kochen und on the top noch ein Klecks Naturjoghurt…
        Prädikat: empfehlenswert… 🙂

  5. runninggag 29. Oktober 2015 at 18:51 #

    Bin grade beim wiederholten Durchblättern deines Blogs auf dieses Rezept gestoßen. Hab das schon öfter gesehen, aber irgendwie war nie Kürbiszeit und dann hab ich es bis dahin wieder vergessen. Jetzt ist meine Chance! 😀

    Frage mich allerdings, was man dazu wohl dazu essen könnte? Würde vermuten eher Kartoffeln oder Reis als Nudeln… – braucht man da dann noch eine Soße oder ist die Füllung eher feucht/flüssig?

    • Danja 30. Oktober 2015 at 09:31 #

      Huhu RunningGag,

      Freut mich, dass Du dieses leckere rezept ausprobieren magst. Ich finde, man braucht eigentlich keine Sättigungsbeilage dazu…der Kürbis ist ja eher „kartoffelartig“, so dass ich zu Kürbisgerichten fast nie eine Beilage mache. Ausnahme: Ein knackiger Salat mit einer frischen Joghurtsoße passt super dazu. Die schmeckt auch zum Fleisch. Die Füllung ist zwar nicht trocken, aber es kommt auch keine Flüssigkeit heraus, aus der man eine Soße kochen könnte. Ich finde, gerade wenn man nicht unbedingt mageres Tatar sondern Rinderhack oder gemischtes Hack/Lammhack verwendet, braucht man nicht unbedingt eine Soße. Aber ein selbstgemachtes Tzatziki ist natürlich zu orientalischen Hackfleischgerichten nie falsch! 🙂

      Liebe Grüße,
      Danja

  6. runninggag 1. November 2015 at 18:06 #

    hmm ich fürchte ohne sättigungsbeilage brauch ich das meinem freund nicht vorsetzen… mir allerdings auch nicht, da sind wir uns schon recht einig 😀 naja dann muss ich mir wohl was ausdenken wie man da noch soße herkriegt

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