Kulinarische Einblicke: Oman, das Land der Datteln, Düfte und der freundlichen Gesichter

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Ihr Lieben, ich bin aus dem Urlaub zurück. Wie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge- weinend, weil ich so herrliche Dinge gesehen, probiert und erlebt habe, die ich nun zurücklassen musste,  lachend, weil ich mich auch zu Hause jeden Tag darüber freuen kann, weil ich jede Menge Inspiration & Leckereien mitgebracht habe und weil ich mich darauf freue, diesen Urlaub kulinarisch in meiner eigenen Küche nachwirken zu lassen.

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Noch in dieser Woche werde euch daher mein „Urlaubsverlängerungsrezept“ hier präsentieren- das für mich leckerste Tabouleh mit Hummus!

Aber mal von vorne- wie war es denn nun so? Zunächst ist für mich Oman seit diesem Urlaub das Land der freundlichen Gesichter, der Düfte und der wildesten Küche, die ich bisher kennen lernen durfte. Ich bin noch nie irgendwo gewesen, wo mir so viel ehrliche Freundlichkeit entgegenschlug, egal wo ich war.

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Dabei wirkte diese Freundlichkeit zu keinem Moment aufgesetzt, im Gegenteil. Ob im Taxi, in einem völlig fremden Hotel oder selbst bei der Ausweiskontrolle zur Ausreise- wirklich jeder gab einem das Gefühl, sehr willkommen zu sein. Und jeder hatte seine kleine Geschichte zum Land zu erzählen, das war besonders spannend: Die Omanis sind nämlich zu etwa einem Drittel gar keine, sondern Einwanderer und Gastarbeiter aus allen möglichen Ländern, vor allem aus Indien und verschiedenen asiatischen Ländern. Entsprechend bunt sind die Geschichten, Kultur, Religion und – wie könnte es anders sein – die Küche.

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Wir hatten uns ein ziemlich schickes Hotel direkt am Strand, aber dicht an der Hauptstadt ausgesucht, das Al Bustan. Das palastähnliche Gebäude ist sehr besonders, denn das Hotel ist dort im Prinzip nur „Gast“- es gehört der Regierung, oder anders gesagt: dem Big Boss of Oman, Sultan Qabus ibn Said. Das führt zu der skurrilen Siatuation, dass die gesamte 9. Etage von niemandem betreten werden darf als den Besitzern- nichtmal Hotelangestellte haben Zutritt, hier können die Besitzer unter sich sein.

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Wir haben viel Zeit im Hotel und am Strand verbracht, auch wenn uns das Land als solches auch sehr gereizt hat – das lag zum einen daran, dass wir beide extrem erholungsbedürftig angereist waren…beide hatten in den Wochen zuvor aus verschiedenen Gründen superviel um die Ohren, aber zum anderen auch an den Temperaturen. 40 Grad im Schatten laden nunmal mehr zu einem Bad in der Sonne und im Meer ein, als zu einer Erkundungstour durch die Stadt oder die Wüste.

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Aber natürlich sind wir auch ein wenig herumgekommen. Ich sage euch, das ist schon ziemlich witzig: traditionelle Bauten in orientalischem Stil direkt neben westlich geprägten Restaurants und Geschäften – die Hauptstadt Muscat ist ein wilder, spannender  Mix. Wer Hunger bekommt, hat die Qual der Wahl- von traditionellen Restaurants über indische Curry-Imbisse bis – wer denn unbedingt möchte – amerikanisches FastFood vom feinsten…*lach*…alles ist vertreten. Fast Food haben wir in unserer Zeit dort nicht gegessen, aber am besten gerochen hat es bei der Kette „Curry in Hurry“ :-).

Das Essen im Hotel war fantastisch. Wir haben uns ja bewusst keinen all-inklusive-Bunker ausgesucht (von denen es aber auch nicht viele im Land gibt) und die Entscheidung war goldrichtig. Internationale und lokale Köstlichkeiten, eingebunden in ein traditionelles „Kleid“- einfach toll.

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Landestypisch gab es Fisch und Seafood in bester Qualität  (wir waren jeden Morgen schorcheln…wer einmal „da unten“ einen Blick hineingeworfen hat versteht sofort, weshalb Fisch dort eine große Rolle spielt), geschmortes oder gegrilltes Fleisch, grandios gewürzt, Obst das man kennt und Obst das man nicht kennt sowie tolle Desserts aus Nüssen, Pistazien, Datteln…und tatsächlich nicht übertrieben süß. Ich war total von den Socken!

Bei bis zu 50 Grad im Schatten wächst natürlich nicht sehr viel lokal. Gerade mal 5% der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt…kein Wunder. Entsprechend muss gerade an Obst und Gemüse viel importiert werden (Ausnahmen: Datteln und Kokosnüsse), was aber niemanden davon abhält, Melonen, Mangos, Papayas oder Litschis zu schlemmen- jeder Supermarkt hat ein großes und bezahlbares Angebot importierter Waren. Mal ehrlich – was gibt es bei 40 Grad besseres, als ein Stück gekühlte Wassermelone? Im Hotel wusste man jedenfalls seine Gäste damit zu verwöhnen…regelmäßig wurden kleine Fruchtspieße oder direkt aus frischem Obst gemixte, eiskalte Smoothies verteilt.

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Währen Herr Feinkostpunks wohl am liebsten vor dem Grill genächtigt hätte (Fisch und Fleisch in toller Qualität, perfekt gegart) habe ich mich natürilch – wie überall- auf die Desserts gestürzt. In Urlaubshotels bin ich da leider oft Enttäuschungen gewöhnt..buntes, pappsüßes Zeug, das toll aussieht und in allen Farbe nach nichts schmeckt…das gab es hier NICHT. Sondern:

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Im Gegenteil, von typisch arabischen Süßigkeiten bis zu italienischen Klassikern, einfach alles war hinreißend dekoriert und geschmacklich eine Offenbarung. Nicht selten fanden hier 2 Welten zusammen- wie zB. oben beim weißen Schokoladenkuchen mit Pistazienboden und Brombeere oder auch bei dieser unfassbar leckeren Creme Brulée, die mit gemahlenen Pistazien hergestellt wird und dadurch einen Hauch von Marzipangeschmack bekommt. Optisch (bis auf die Farbe) vielleicht eher unspektakulär, aber ein Geschmack, den ich dringend versuchen werde, zu Hause nachzubauen.

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Apropos „nachbauen“- ich hab mich verknallt. In einen Kuchen, der schlichter nicht sein könnte, aber eins meiner absoluten kulinarischen Urlaubshighlight war: Mandelkuchen!

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Und weil Herr Feinkostpunks einen guten Draht zum Sportlehrer hatte und der wiederum zum Restaurant…oder so…durfte ich doch tatsächlich gleich 2 x mit dem kulinarischen Sous-Chef des Hotels hinter die Kulissen und mich dort mal so richtig umsehen. Mandelkuchenrezept inklusive. Mariano Liuzza, der als Italiener aus Deutschland über Indonesien hier gelandet ist (was tatsächlich keine untypische Biographie war- viele Hotelmitarbeiter waren schon echt rumgekommen) führte uns gleich durch 2 Küchen: das Hotel baut nämlich gerade eine komplett neue Küche mit allem drum und dran…neue Geräte, Zubereitungsräume, Kühlräume…und  durch die aktuelle Küche, die mehr oder weniger improvisiert dort stattfindet, wo sich früher nur der Roomservice breitmachen durfte. Dickes Lob ans Hotel: Als Gast hat man wirklich nichts davon mitbekommen!

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Links: unser „Küchenguide“ für 2 Tage: Sous-Chef Mariano, superfreundlich, hat uns alles gezeigt, man man als Gast sonst nicht zu Gesicht bekommt. Rechts: Die wohl größte „Durchreiche“ die ich je gesehen haben- vom „kleinen Saal“ kann man direkt in die Küche schauen, in der das Essen für Feiern zubereitet wird.

Übrigens: Fast alle Geräte kommen aus Deutschland (Anmerkung der Redaktion: Ja, ausgerechnet Kolb ist eine schweizer Firma, Merci für den Hinweis!…aber die Maschine war einfach so schön, also lasse ich das Bild drin). Ich glaube, so eine „kleine Küchenmaschine“ wäre auch etwas für mich:

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Es ging im Fahrstuhl hoch, runter, durch wilde Gänge…hier noch eine Küche für den Bankettservice, dort der zukünftige Raum für Schokolade (ja, ein Raum nur für Schokoladiges…wie grandios ist das denn bitte? Das Beste: Vom Nachbarraum gibts ein großes Fenster in den Schokoladenraum. Nicht auszudenken, wenn ich da stehen und jemandem den ganzen Tag dabe zusehen müsste…).

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Auch hier galt übrigens: Freundlichkeit so weit das Auge reicht. Selbst als wir mitten in die Dessertvorbereitungen platzten, nahm man sich Zeit, erklärte und ich durfte mittendrin probieren. Ich hab nur eins genascht, versprochen! 🙂

Hier wurde mir auch klar, dass sie wirklich alles selbst backen-  vom Baguette zum Abendessen bis zum Frühstückscroissant. Hier ist der Croissantteig in Vorbereitung….

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…und hier die Vollendete Schweinerei zum Frühstück, gefüllt mit Marzipan, Käse, Kräutern oder Schokolade. Noch warmer Schokolade!! Hilfeee…meine arme Jeans…

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Überhaupt, das Brotthema. Auch hier ist eine interessante Mischung allgegenwärtig, sowohl im Hotel als auch in Einkaufszentren gibt es arabisches sowie westlich geprägtes Brot. Das arabische Knusperbrot war superlecker…gedippt in Hummus oder Joghurtcreme…*mjam*.

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Und hier noch ein paar gemischte kulinarische Impressionen aus dem Urlaub:

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Lammfleisch gab es richtig viel- gegrillt, als Carrée gegart oder als Schmortopf, alle Varianten waren lecker.

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Omanischer Wasserkresse-Salat: Sieht harmlos aus, aber mittendrin versteckte kleine grüne Chilischoten lassen einem den Atem stocken.

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Übrigens: Alkohol gibt es fast nur in Hotels…es ist sogar verboten, Alkohol im Auto zu transportieren, wenn man nicht direkt vom Flughafen kommt. Entsprechend teuer ist das Angebot, also haben wir uns immer nur zur Happy Hour vor dem essen einen Drink genehmigt. Dieser aber hatte es in sich- farblich und geschmacklich (und sah jeden Tag ein wenig anders aus ;-)). Drin war: Blue Curacao, Zitronensaft, etwas Zuckersirup, weißer Rum und Crushed Ice- zu guter Letzt ein Esslöffel Beerenpüree. Eine super Mischung!

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Nüsse spielen in der arabischen Küche ja überall eine große Rolle- hier gab es eine sehr besondere Variante: Immer um 17 uhr zog ein fantastischer Geruch über den Pool- die gewürzten Nüsse wurden geröstet und verbreiteten einen verboten guten Duft. Leider habe ich verpasst, nach dem Rezept für die Würzmischung zu fragen, aber sie schmeckten einfach toll.

Und sonst so? Keine Sorge, Oman bietet noch viel mehr als nur Essen. Wie wäre es zum Beispiel mit der größten Moschee des Landes, in der bis zu 20.000 Leute freitags beten? Bis Abu Dhabi nachgelegt hat, war es die größe Moschee mit dem größten Teppich der Welt…und dem größten Swarovski-Kronleuchter…sehr beeindruckend und der einzige Ort im Übrigen, an dem ich ein Kopftuch tragen musste.

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Neben dem „kleinen“ Gebetsraum für Frauen und dem großen für Männer gibt es einen beeindruckenden Innenhof und ein Minarett, dass ich nichtmal komplett aufs Bild bekommen habe- der Monster misst 90 Meter! Auch der Garten war eine Augenweide- mittendrin unser Taxifahrer & Guide.

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Außerdem kann man an verschiedenen Stränden toll Schnorcheln, Delphine beobachten, Schildkrötenwanderungen…oder man gibt sich einfach dem ganz normalen Alltag hin. Neben dem großen Supermarkt-Komplex werden auf der Straße Ziegen verkauft, ein Geschäft auf dem Souk wird mit einem gewürzten Kaffee deutlich schneller vorangetrieben und auch an vielen anderen Ecken findet man noch ein sehr ursprüngliches Land, mit genau der Prise moderne die man als Europäer vermutlich zum Wohlfühlen braucht. Ich hoffe, Oman kann sich noch lange diese schöne Mischung aus Tradition und Moderne bewahren. Ich komme auf jeden Fall wieder- wir hatten eine tolle Zeit.

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Aber jetzt freue ich mich auch sehr, wieder für den Blog, neue Rezepte und viele verrückte Ideen da zu sein. Ja, auch am Rechner sitzen und Essensfotos anschauen kann man RICHTIG vermissen. Schön, wieder bei euch zu sein!

Eure Danja

 

 

 

 

10 Responses to Kulinarische Einblicke: Oman, das Land der Datteln, Düfte und der freundlichen Gesichter

  1. Rike 25. September 2015 at 18:08 #

    Hallo Dunja,

    vielen Dank für Deinen tollen Reisebericht und die tollen Fotos. Freue mich schon, von den mitgebrachten Rezepten zu lesen.

    LG Rike

  2. Astrid Maudrich 25. September 2015 at 18:41 #

    Hallo Danja,
    Bei deinem tollen Bericht bekommt man direkt wieder Lust auf Urlaub,
    Ich freue mich schon, wenn wir wieder schöne Rezepte bekommen.
    Könnte heute wieder nicht widerstehen und habe mir wieder einige Gewürze und Tee’s bestellt. Mein Mann rollte schon wieder mit den Augen!
    Liebe Grüße ach anHerr Feinkostpunks !
    GLG
    Aki

  3. Sandra 26. September 2015 at 03:45 #

    Liebe Danja,
    Danke für diesen tollen Bericht! Die Fotos machen mir sofort Appetit, und ich bin gespannt auf all die neuen Rezepte.
    Ich habe Deinen Blog erst vor kurzem entdeckt, und habe schon eine ganze Menge nachgekocht und -gebacken. Es macht richtig Spaß, Deine Rezepte sind soooo lecker!
    LG, Sandra

  4. Nicki 26. September 2015 at 20:03 #

    Hallo Danja,
    Ich wollte dir mal sagen, dass ich dich und deinen Blog , rrrrrichtig 😉 toll finde !!!
    Lg nicki

  5. shanshuo 26. September 2015 at 21:39 #

    Hallo Danja, vielen Dank für den traumhaften Bericht und Bilder: Ich habe alles verschlungen und würde mich am Liebsten sofort auf den Weg nach Oman machen. Und ALLES probieren, trinken, essen – ein extra Schokoladenraum?!? Und das Hotel überhaupt, und der Strand und privater Blick hinter die Kulissen: genial! Von Croissants und Co. will Ich gar nicht erst anfangen Was für eine schöne Urlaubsstimmung hast Du uns da in den Herbst gezaubert. Freue mich schon super auf’s Rezept! Ihr seid so ein sympathisches und hübsches Paar nebenbei bemerkt 🙂 Danke, für’s hungerauslösende Teilen! 😉

    Liebe Grüße
    ShanShuo

  6. Daniela 27. September 2015 at 07:34 #

    Danke für den tollen Reisebericht! Ich hätte wahrscheinlich auch bei den tollen Desserts und dem Kuchen nicht widerstehen können.

  7. Markus 27. September 2015 at 11:21 #

    Liebe Danja

    Herzlichen Dank für den exquisiten,kulinarischen Bericht aus dem Oman. Freue mich jetzt schon auf die Rezepte,besonders die Desserts!
    Hätte da noch eine „patriotische“ Anmerkung: Die „kleine Küchenmaschine“ von Kolb, die Dir so gefallen hat,ist ein Schweizer Produkt!

    Mach weiter so!
    Liebe Grüsse aus Basel von Markus

    • Danja 28. September 2015 at 08:45 #

      Hi Markus, vielen lieben Dank, auch für das „patriotische Feedback“.
      Ups- da hab ich ja zielsicher genau DAS Gerät fotografiert, bei dem die Aussage des Küchenchefs nicht zutraf. Grandios ins Fettnäopfen gegriffen, sozusagen ;-).

      Man mag es dem „noch im Urlaubsglück und nicht ganz zurechnungsfähig“-Modus zuschreiben…war jedenfalls keine böse Absicht. ich will trotzdem so’n Ding! 😉

      Grüssli,
      Danja

  8. Saida 30. September 2015 at 17:11 #

    Salam ya Danja,

    Ein wunderschöner Bericht von einem wunderschönen Land. Oman hat noch was natürliches aus 1001 Nacht, ich war selbst auch schon da (auch im selben Hotel ;).
    Absolut beeindruckt hat mich die Stadtmauer mit dem Tor (das früher) immer um 20 Uhr geschlossen wurde, wer drin war war drin und es kam keiner rein noch raus… Echt krass, wir sprechen von den 60er Jahren.
    Mein Urlaub dort ist jetzt auch schon ein paar Jahre her, aber ich kann mir nicht vorstellen dass das Land irgendwas an seiner Schönheit verloren hat. Bin sehr gespannt was du uns noch so alles kulinarisches aus dem Oman präsentierst.

    Grüße aus dem Süden
    Saida

  9. Mahee Ferlini 30. September 2015 at 20:32 #

    Was für eine entspannende Reise!

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