Fix ohne Fix: Bihunsuppe

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Huhu ihr Lieben,
An Bihunsuppe bin ich irgendwie immer vorbei gegangen. Nicht, weil ich prinzipiell ein Problem mit Dosensuppen habe, aber ich hatte vor Jahren mal eine Fertige davon bei einer Freundin probiert- und fand die Würzmischung daran irgendwie nicht lecker. Dabei liegen mir die Zutaten eigentlich- Hühnerfleisch, viel Gemüse, ein bisschen scharf-asiatisch abgeschmeckt…weiß auch nicht, was da drin war. Als mir mehrere Leser schrieben, dass sie sich dieses “Fix ohne Fix” wünschen würden, war ich dann doch gespannt, ob mir Bihunsuppe nicht auch richtig gut schmecken kann- und siehe da- ich fand sie total lecker.

Bei meinen ersten Recherchen dazu fiel mir (ohje, wie peinlich) übrigens das erste Mal auf, dass es “-hun” und nicht “-huhn” heißt. Herrje- naja, hat ja niemand gesehen, dass ich vor Scham fast im Boden versunken wäre ;-). Bihun hat tatsächlich gar nichts mit dem Tier zu tun, sondern heißt auf indonesisch einfach “Reisnudel”.  Ich habe allerdings gelesen, dass es sich nicht um eine wirklich asiatische Bezeichnung für Suppe handelt (anders, als es zum Beispiel bei Udon oder Ramen der Fall ist), sondern eigentlich um eine deutsche Marketingerfindung. Aber nun gut- das muss ja nichts heißen, oder?

Ich habe mich mal durch diverse Dosen- und Tiefkühlvarianten gelesen, und finde fast immer Hühnerfleisch und den zugehörigen Fond, verschiedene Gemüse (auch asiatische ;-)) und Nudeln. Soweit, so gut- aber sowohl in der TK-Variante als auch in der Dose findet man dazu diverse Geschmacksverstärker & Co – mal schauen, ob wir das ohne hinbekommen! :-)

Zutaten für 4 Personen*:

– 300 g Hähnchenbrustfilet
– 100 g Glasnudeln oder dünne Reisnudeln
– 200 g Champignons
– 6 getrocknete Mu-Err Pilze
– 2 Handvoll  Mungobohnensprossen (frisch oder aus dem Glas)
– 1 kleine Dose Bambusschösslinge (ca. 200 g Abtropfgewicht)
– 2 Möhren
– 1 große Paprikaschote
– 2 l Hühnerbrühe
– 6-8 EL Sojasoße
– etwas Sesamöl (ca. 2 EL, nach Geschmack)
– 5 EL Worcestersoße
– 2 TL Sambal Olek
– 3 TL Currypulver
– 2 EL Sherry oder Reiswein
– 2 EL  Reisessig
– Salz & Pfeffer

Wer die Suppe gerne etwas dickflüssig haben möchte, plant zusätzlich 2 EL Speisestärke und etwas Wasser zum Anrühren ein. Mir gefällt sie ohne allerdings besser.

* Da sind einige Zutaten dabei, die sicher nicht jeder ständig zu Hause hat. Aber ich bekomme hier alles im normalen Supermarkt (Rewe oder Edeka, nicht jedoch im Discounter) in der Asia-Acke, bzw. die Sprossen in der Kühltheke beim Gemüse. Im Asialaden schmecken die Zutaten nicht zwingend besser, sind aber günstiger.

Das hier sind die Mu-Err-Pilze, die ich genommen habe:

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Und hier findet ihr ein Bild der Nudeln, vom Reisessig und den Bambussprossen. Die Bambusstückchen gibt es in etwas größer (das sind dann diese  Flachen, die auch beim Chinamann oft im Gemüse enthalten sind) oder schon klein geschnitten. Ich empfehle die schon Zerkleinerten, spart Arbeit :-).

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Zubereitung:

1. Die Mu-Err-Pilze in warmem Wasser 30 Minuten einweichen. Hier mal ein vorher-nachher-Bild:

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2. In der Zwischenzeit die Brühe heiß werden lassen und das Hähnchenbrustfilet darin 15 Minuten lang im geschlossenen Topf garen (wenn es ein großes Filet ist, bei mehreren kleineren Filets reichen auch 12 Minuten). Danach herausnehmen und klein schneiden – so groß, wie ihr es hinterher gerne auf dem Löffel hättet.

3. Die Champignons in Scheiben schneiden, die Möhren in Stifte und die Paprika ebenfalls in kleine, mundgerechte Stückchen.

4. Das Gemüse und das zerkleinerte Hähnchen in die heiße Brühe geben, dann alle weiteren Zutaten hinzu. Die Nudeln sollten -dann ist es sich leichter- vor der Zugabe etwas zerkleinert werden, sie sind sonst sehr lang und unpraktisch auf dem Löffel. 3-4 cm sind super. Mit einer Schere geht das sehr gut!

5. Wenn alle Zutaten drin sind, einige Minuten köcheln lassen (5-10) und dann ggf. noch abschmecken. Wer die Suppe dickflüssiger mag, rührt 4 EL Wasser mit 1-2 EL Speisestärke an, gibt die Mischung zur Suppe und kocht alles nochmal kurz auf. Fertig! :-)

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Tipp: wer oft den Topf öffnet, verliert ggf. etwas Flüssigkeit, dann mit Wasser/Brühe wieder so weit auffüllen, bis euch die Konsistenz der Suppe wieder zusagt.

Der Vergleich von Preis und Aufwand ist dieses mal etwas schwierig, da es sich nicht um ein klassisches “Tütengericht” handelt, sondern sonst in Dosen oder TK gekauft wird – von verschiedensten Marken zu verschiedensten Preisen. Was ich sagen kann ist: ich habe für die frischen Zutaten (Fleisch und Gemüse) zusammen etwa 6 Euro bezahlt. Hinzu kamen 1,50 € für die Bambussprossen und hochgerechnet (anteilig) etwa 3 € für die Gewürze, Mu-Err-Pilze und Würzsoßen. Macht insgesamt gut 10 € für etwa 2,5 l Suppe. Eine 400 ml Supermarkt-Dose kostet im Schnitt (keine Gourmet-Marken) etwa 1,60 € (sagt Google ;-)), das liegt etwa bei meinem Preis. Zur Suppe von Frosta habe ich online keinen Preis gefunden, aber vom TK-Hersteller Eismann: Dort kosten 1.200 g (also die Hälfte meiner Suppe) 8 €.
Klar ist aber natürlich, dass bei den Dosen- oder TK-Varianten der Aufwand in jedem Fall geringer ist, da die Produkte ausschließlich erhitzt werden müssen. Meine Variante braucht durch die Einweichzeit der Pilze ca. 40 Minuten insgesamt- wobei man mit Schnippeln, Rühren und Abschmecken nur ca. 20 davon beschäftigt ist.

 

 


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5 Responses to Fix ohne Fix: Bihunsuppe

  1. Terry 30. Juni 2013 at 16:21 #

    Hallo Danja,

    hab mal wieder Zeit in deinem tollen Blog zu stöbern. Bihun Dosen-Suppe hab ich während meiner Studentenzeit in Massen vertilgt *rotwerd*. Dann hatte ich die Nase irgendwann voll davon und mein Geschmack hatte sich auch weiterentwickelt*grins* und seitdem hab ich sie nicht mehr gegessen. Doch deine Version macht mir nun wieder Appetit.

    Herzlichst Terry

    • Danja 1. Juli 2013 at 11:20 #

      Hihi…
      das mit dem weiterentwickelten Geschmack…da musste ich grade schmunzeln. Kann ich aber supergut verstehen! ZU meiner Studentenzeit gab es fast täglich in der Mensa “Grießflammerie” als Dessert… das kommt mir heute noch gefühlt zu beiden Ohren raus! ich hoffe, meine Suppenvariante schmeckt Dir! :-)
      Grüssli,
      Danja

  2. Melanie 8. Januar 2014 at 15:07 #

    Hallo Danja,

    das Rezept finde ich super :) Kannst du mir bitte sagen, welche Hühnerbrühe du genommen hast?

    Grüße Mel

    • Danja 9. Januar 2014 at 08:33 #

      Huhu Melanie,

      das funktioniert eigentlich mit jeder Hühnerbrühe. Ich nehme, was gerade verfügbar ist- entweder welche aus dem Glas oder eine selbst gekochte. Zur allergrößten Not auch Brühwürfel, aber das versuche ich zu vermeiden.
      Grüssli,
      Danja

  3. Verena 22. Februar 2017 at 09:21 #

    Vielen Dank für das tolle Rezept. Seitdem ich glutenfrei leben muss, kam ich nicht mehr in den Genuss meiner ehemaligen Lieblingsfertigsuppe. Gestern wurde nun ein riesiger Topf voll zubereitet und schmeckte nach dem ersten Abschmecken bereits super!! Das die Würze gleich so gut passt, habe ich beim Kochen nach Rezept ganz selten. Großes Lob, ich freue mich jetzt schon auf heute Abend, wenn es Bihunsuppe die Zweite gibt

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